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Cleverer Spritzgießen

Kunststoffgranulat vom Behälter bis zur Spritzgießmaschine smart gefördert

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Navigator-Leitsysteme verteilen den Kunststoff bedarfsgerecht

Die Planung nach Bedarfsstellen ist nötig, weil viele Funktionsteile in Mehrkomponentenspritzguss gefertigt werden und eine Spritzgießmaschine dementsprechend über mehrere Bedarfsstellen verfügt. Folglich wird jeder Bedarfsstelle ein Förderabscheider zugeteilt, der direkt auf der Spritzgießmaschine das Material ansaugt und von der Förderluft trennt. Um eine erneute Befeuchtung von hygroskopischen Material im Leitungssystem zu verhindern, ist im materialführenden System eine doppelte Leersaugung geplant.

Im Bereich der Materialaufgabe sind Oktabin-Stellplätze und Container zur Sackaufgabe vorgesehen und mit einer Materialverifizierung über Barcode-Scann abgesichert. Vier automatisierte Materialleitsysteme vom Typ Navigator verteilen das Material, ausgehend von der Granulattrocknung, auf die Spritzgießmaschinen. Alle Steuerungen der Anlagen werden letztendlich in der Koch-Visualisierung zusammengeführt ‒ eine Software zur Überwachung der Materialversorgung und Einbindung in das interne GRP System.

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Granulattrocknung mit energieeffizientem Öko-Faktor

Die zentrale Anlage zur Granulattrocknung ist auf einer in die Halle eingespeisten, großzügigen Bühne installiert. Drei große Trockenlufttrockner vom Typ CKT mit ÖKO-Anlagensteuerung versorgen hier 38 Trocknungsbehälter mit einer Trockenluftmenge von insgesamt bis zu 1600 m³/h. Erzeugt wird die Trockenluft taupunktgesteuert. Das heißt, in einem Kreislauf durchströmt trockene Luft das Granulat in den Trocknungsbehältern. Dabei nimmt die Luft die Feuchtigkeit des Granulats auf und gibt sie später an ein Trockenmittel ab. Gleichzeitig wird in einem zweiten Kreislauf ein gesättigtes Trockenmittel regeneriert. Sobald die zu trocknende Luft den Taupunkt von -30 °C erreicht, was einem Wassergehalt der Trockenluft von 0,33 g/m³ entspricht, schaltet die Steuerung zwischen den Kreisläufen von Trocknung und Regenerierung um. Gegenüber Systemen die in festen Zeitintervallen umschalten, kann die taupunktgesteuerte Trocknung mit geringerem Energieverbrauch und gleichbleibender Trocknungsqualität punkten.

Keine Übertrockung des Granulats

Damit das Granulat auch materialschonend getrocknet und nicht übertrocknet wird, ist die patentierte Koch-ÖKO-Anlagensteuerung integriert. Die Anlagensteuerung erkennt, ob das Material die zur Verarbeitung notwendige Restfeuchte erreicht hat und nimmt dann den Behälter aus den Trocknungskreislauf beziehungsweise schaltet sie ihn bei Bedarf wieder zu. Außer dem Schutz vor Übertrocknung folgt daraus auch eine beachtliche Energieeinsparung. Auch die frequenzgeregelten Gebläse tragen zur energiesparenden Granulattrocknung bei, denn sobald ein Behälter in den Ruhezustand versetzt wird, reduzieren sie automatisch den Trockenluftstrom.

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