Qualitätssicherung

Laserbasierte Messtechnik optimiert Flugzeugfertigung

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Weil Pilatus ein breites Spektrum unterschiedlichster Flugzeugtypen herstellt – vom PC-12 NG, der als Geschäfts- und Reiseflugzeug genauso zum Einsatz kommt wie bei Spezialmissionen im Rahmen der Luftüberwachung oder bei Such- und Rettungsflügen, bis hin zum Trainingsflugzeug PC-21, einem einmotorigen Turboprop-Flugzeug zur Ausbildung von Militärpiloten –, ist dabei die effiziente und zeitsparende Variantenfertigung von besonderem Interesse.

Lasermesstechnik eröffnet neue Möglichkeiten bei Trainingsflugzeugen

Was sich alle Passagiere im zivilen Luftverkehr wünschen, ist bei der Ausbildung von Militärpiloten nicht immer einzuhalten: Schon im normalen Flugbetrieb extremen Belastungen ausgesetzt, kann es bei den Trainingsflugzeugen von Pilatus schon einmal vorkommen, dass diese von ihren Piloten unsanft aufgesetzt werden.

Der für Basis-, Fortgeschrittenen- und Missionstrainings ausgelegte Flugzeugtyp PC-21 absolviert die meisten dieser Vorkommnisse ohne irgendwelche Beanstandungen. In sprichwörtlichen Härtefällen kann es zu Belastungen oder Verformungen der Flugzeugstruktur kommen; der entsprechende Nachweis in den für solche Fälle vorgeschriebenen Inspektionen war bisher schwierig zu führen. Unterstützt durch die Lasermesstechnik ging Pilatus auch dabei neue Wege.

Laser-Tracker hilft auch bei vorbeugender Wartung und Qualitätssicherung

Alle Flugzeuge dieses Typs verfügen über Hunderte über den gesamten Flugzeugkörper verteilte Messpunkten, die beim Zusammenbau exakt eingemessen wurden und auch im CAD-Datensatz zur Verfügung stehen. Mit Hilfe des Laser-Trackers ist es nun möglich, die Position dieser Punkte nach einem entsprechenden Zwischenfall am Luftfahrzeug zu messen und mit der ursprünglichen Struktur des Flugzeugs im CAD-Datensatz zu vergleichen.

Vorteil für den Kunden: Verbunden mit noch nie da gewesenen Leistungs- und Ausstattungsmerkmalen dieses Flugzeugtyps tragen diese vorbeugenden Wartungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen wesentlich zu den vergleichsweise niedrigen Lebenszykluskosten dieses Trainers bei.

Laserrmessungen von Belastungen im Bewegungsablauf künftig möglich

Die Ingenieure bei Pilatus haben bereits weitere Einsatzgebiete des Lasermesssystems ins Auge gefasst: Seine Fähigkeit zum Messen in Echtzeit erlaubt es, auch Belastungstests in ihrem Bewegungsablauf durchzuführen. Das Messgerät ist dabei in der Lage, einen 360° umfassenden Bereich zu vermessen, in der Vertikalen sind es respektable +80° bis - 60°.

Der Messaufbau ist auch bei der Typenvielfalt des Flugzeugbauers schnell erledigt, wobei die Positionierung des Messsystems nahe am oder gar unterhalb des Flugzeugs kein Problem darstellt. Der Trackerkopf ist 36 cm hoch, sein Gewicht beträgt 8,5 kg. Nicht zuletzt die Kompaktheit des Systems erleichtert das Messen komplexer Vorrichtungen mit großen Dimensionen, von denen es bei Pilatus eine große Anzahl gibt.

Dort arbeitet man heute schon an der Entwicklung eines neuen Flugzeugs. So viel sei verraten: Es wird, nach dem Militärtrainer PC-21, wieder ein Flugzeug für den zivilen Bereich sein. Und wie man es von dem Unternehmen gewohnt ist, wird es eine entsprechende Spitzenposition in seinem Marktsegment einnehmen.

* Dipl.-Ing. Kay Wessin ist Marketing Manager bei der Automated Precision Europe GmbH, Theo Drechsel ist Inhaber der Agentur 4marcom+PR.

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