Mikrostrukturierte Oberflächen

Laserstrukturieren senkt Reibung hoch belasteter Serienteile

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Ein reiner Sublimationsabtrag (athermaler Abtrag, keine thermischen Einflüsse im umliegenden Werkstoff) erfordert Einwirkzeiten der Laserstrahlung von wenigen Femtosekunden (1 fs = 10–15 s). Bei Einwirkzeiten ab etwa hundert Pikosekunden (1 ps = 10-12 s) oder länger gelangt ein größerer Teil der Strahlenergie durch Wärmeleitung von der Oberfläche ins Werkstück.

Kurze Laserpulse führen zu besserer Oberflächenqualität

Der Bauteilwerkstoff heizt sich in der Umgebung des bestrahlten Bereichs stark auf und schmilzt. Die Schmelze wird zwar durch den sich einstellenden Dampfdruck aus der Bearbeitungszone getrieben, setzt sich jedoch beim Wiedererstarren auf der Werkstückoberfläche als Schmelzkranz oder Schmelzauswurf ab.

Dies verschlechtert die Oberflächenqualität des strukturierten Bauteils und erfordert in den meisten Fällen einen nachgelagerten Fertigungsschritt, um die Schmelze zu entfernen. Prinzipiell lässt sich mit kürzeren Pulsdauern (t < 100 ps) im Vergleich zu länger andauernden Pulsen eine höhere Qualität und Strukturpräzision erreichen.

Jedoch ist das Abtragvolumen pro Laserpuls geringer. Grund dafür ist die maximale Pulsenergie der heute verfügbaren Ultrakurzpulslaser. Sie liegt im Bereich von unter 100 µJ – im Vergleich zur Pulsenergie von mehreren Hundert Millijoule der aktuellen Nanosekunden-Laserstrahlquellen.

Höhere Pulsfrequenz soll geringe Abtragrate pro Laserpuls kompensieren

Die geringere Abtragrate pro Laserpuls lässt sich in einem gewissen Maße mit einer höheren Pulsfolgefrequenz kompensieren. Beim Laserstrahlstrukturieren von Stahl haben sich daher Pikosekunden-Laserstrahlquellen bewährt. Zwar sind mittlerweile erste Femtosekunden-Laserstrahlquellen verfügbar, allerdings eignen sie sich momentan nur bedingt für industrielle Anwendungen. Eine im Verhältnis nur wenig bessere Abtragsqualität lässt sich zurzeit nur über noch sehr hohe Anschaffungskosten und einen enormen Integrationsaufwand erkaufen.