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Leichtbaumaterialien gewinnen beim Stanzen an Bedeutung

| Autor: Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Mit dem zunehmend umgesetzten Leichtbau gewinnt auch das Stanzen von Leichtbaumaterialien an Bedeutung. Die Anlagenhersteller reagieren mit entsprechenden Maschinenkonzepten auf die Anforderungen der Kunden.

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Eine Schuler-Anlage stanzt und paketiert im VW-Werk Kassel die Bleche, aus denen die Motoren für den e-Golf und den e-Up! entstehen.
Eine Schuler-Anlage stanzt und paketiert im VW-Werk Kassel die Bleche, aus denen die Motoren für den e-Golf und den e-Up! entstehen.
(Bild: Schuler)

Leichtbaustähle, Composites und diverse Hybridmaterialien werden zunehmend im Automobilbau oder in der Elektronik eingesetzt. Doch greifen herkömmliche Techniken auch beim Stanzen von Leichtbaumaterialien? „Das klassische Leichtbaumaterial Aluminium wird schon seit Jahrzehnten für den automobilen Leichtbau eingesetzt und lässt sich dementsprechend zumindest in seinen konventionellen Legierungen auch mit herkömmlichen Techniken gut umformen und stanzen. Hochfeste Stähle stellen dagegen besondere Anforderungen an das Stanzen und Umformen“, sagt Stephan Paul, Leiter Kundenservicecenter bei der Schuler AG.

Schuler habe hierfür passgenaue Anlagentechniken entwickelt. „Mit Hilfe der von Schuler entwickelten Servodirekt-Technologie und der programmierbaren Stößelbewegung ist es unter anderem möglich, den Schnittschlag zu reduzieren. Die Weiterentwicklung dieser Technologie zur Twinservo-Technologie ist unsere Antwort auf die gestiegene außermittige Belastung durch die höherfesten Stähle“, nennt er Beispiele dafür, wie es gelingt, die Herausforderungen beim Stanzen von Leichtbaumaterialien zu meistern.

Presse und Werkzeug müssen ohne größere Stillstände arbeiten

„Für die Automobilhersteller und -zulieferer wird die Verarbeitung von Leichtbaumaterialien immer wichtiger, weil deren Anteil im Fahrzeug weiter steigt. Sie müssen diese Werkstoffe prozesssicher, wirtschaftlich und flexibel umformen sowie stanzen können. Das bedeutet: Presse und Werkzeug müssen so viele und so unterschiedliche Teile wie möglich produzieren, und das ohne größere Stillstände über eine lange Lebensdauer hinweg“, nennt Paul die Kundenanforderungen, die mit der Technik sichergestellt werden müssen.

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Deshalb sorge das Unternehmen mit seinen Lösungen dafür, dass alle Bestandteile des Gesamtsystems – von der Bandanlage und Richtmaschine über die Presse bis hin zum Werkzeug – optimal zusammenspielen. Der Schuler-Service berate zudem Kunden dabei, wie sie durch eine Optimierung der Bewegungskurven, der Werkzeugauslegung und der Reduzierung von außermittigen Kräften das Maximum aus ihrem Gesamtsystem herausholen können. Diese Kompetenzen werde man auch mit dem Fokus Leichtbaumaterialien in Hannover präsentieren.

Toleranzen hängen von verschiedenen Prozessparametern ab

„Die erreichbaren Toleranzen sind natürlich immer von verschiedenen Prozessparametern wie der Größe des Werkzeugs und des Pressentischs abhängig. Fest steht aber, dass die Schuler-Anlagen durch ihre geringe Auffederung und niedrige Kippung die Grundlage für eine höchstmögliche Präzision liefern“, erklärt Paul mit Blick auf die realisierbaren Toleranzen.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik

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