Robotik Leichtbauroboter lackiert Getriebe in kleinen Serien

Autor / Redakteur: Dieter Pletscher / Rüdiger Kroh

Die Automatisierung der Spritzlackierung von Getrieben in stark variierenden Losgrößen erforderte eine flexible Lösung. Ein Leichtbauroboter sorgt nicht nur für eine gleichbleibende Qualität, er lässt sich auch einfach programmieren und kann ohne Schutzzaun betrieben werden.

Der UR-Roboter ist in allen Gelenken um 360° drehbar, was von Vorteil ist, wenn aus vielen verschiedenen Positionen spritzlackiert werden muss, um alle Ecken und Winkel des Getriebes zu erreichen.
Der UR-Roboter ist in allen Gelenken um 360° drehbar, was von Vorteil ist, wenn aus vielen verschiedenen Positionen spritzlackiert werden muss, um alle Ecken und Winkel des Getriebes zu erreichen.
(Bild: Universal Robots)

Allgegenwärtiger Kostendruck zwingt Unternehmen ihre Produktionsprozesse kontinuierlich zu verschlanken und effizienter zu gestalten. Unter dem Schlagwort Lean Production optimieren daher viele Unternehmen ihre Fertigung, um Verschwendung, etwa in Form von Überproduktion oder einer zu langen Durchlaufzeit, zu vermeiden und damit langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Der dänische Getriebehersteller BJ-Gear A/S hat sich dazu entschlossen, Teile seiner Produktion zu automatisieren und integrierte insgesamt vier Leichtbauroboter von Universal Robots an unterschiedlichen Abschnitten seiner Produktion. So übernimmt der Roboterarm UR5 etwa das Lackieren von Getrieben. Selbst bei Kleinstserien lohnt es sich für den Nischenproduzenten, dem Roboter die Spritzlackierung zu überlassen, denn die leichtgewichtigen Roboter können von den Mitarbeitern einfach und schnell programmiert werden.

Spezialgetriebe werden nach individuellen Anforderungen der Kunden hergestellt

Die 1964 gegründete BJ-Gear A/S entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen im Bereich Kraftübertragung. Das breite Sortiment des dänischen Anbieters umfasst neben Standardgetrieben vor allem auch Spezialgetriebe, die nach den individuellen Anforderungen der Kunden hergestellt werden. Aufgrund der Sonderanfertigungen gehören häufige Änderungen im Produktionsablauf sowie die Abwicklung von Kleinserien zum Alltag. Noch vor fünf Jahren fertigte das Unternehmen daher seine Jahresproduktion von 25.000 Getrieben in unzähligen Varianten ausschließlich manuell. Automationstechnik war wegen zu hoher Kosten, eines immensen Platzbedarfs und komplexer Programmierung bis dahin keine Alternative.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Im Zuge einer allgemeinen Optimierung seiner Produktion setzte sich BJ-Gear allerdings erneut mit dem Thema Automatisierung auseinander. Plant Manager Bjørn Sommer beschäftigt sich bereits seit rund 15 Jahren mit „Lean Enterprise“ und „Six Sigma“. Ziele dieser Methoden sind effektive Produktionsprozesse und ein hohes Qualitätsmanagement. 2005 wurde er gezielt dafür ausgewählt, den Aufbau einer neuen Fabrik zu leiten. „Unser Anspruch war es, alle Herstellungsschritte logisch und effizient anzuordnen und die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter optimal zu nutzen”, erklärt Sommer. „Dazu war eine Lösung notwendig, die zum einen flexibel auf unsere stark variierenden Losgrößen angepasst werden kann und mit der zum anderen monotone Handarbeiten automatisiert werden können.“

(ID:43401805)