Formvorbereitung Letzter entscheidender Schritt vor der Serienfertigung

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Obwohl US-amerikanische FVK-Bauteilhersteller von den Vorteilen lösemittelfreier Trennmittel überzeugt sind, gibt es bei der Anwendung noch Zweifel. Die Ursache dafür liegt jedoch eher in einer schlechten Formvorbereitung. Dabei ist sie der letzte entscheidende Schritt vor der Serienfertigung.

Anbieter zum Thema

Wie leicht sich ein Bauteil aus Faserverbundkunststoffen (FVK) entformen lässt, hängt von der Qualität der Formvorbereitung und der Hilfsmittel ab. Eine gute Vorbereitung erfordert Zeit- und Arbeitsaufwand. (Bild: Specialty Products)
Wie leicht sich ein Bauteil aus Faserverbundkunststoffen (FVK) entformen lässt, hängt von der Qualität der Formvorbereitung und der Hilfsmittel ab. Eine gute Vorbereitung erfordert Zeit- und Arbeitsaufwand. (Bild: Specialty Products)

Zur Fertigung anspruchsvoller Bauteile aus Faserverbundkunststoffen (FVK) ist eine hochwertige Ausstattung notwendig. Sie umfasst zum Beispiel CAD/CAM-Systeme sowie Maschinen zur Formgebung und mechanischen Bauteilbearbeitung. Die wichtigste Investition betrifft jedoch die Form – insbesondere die Kavität und deren Oberfläche. Beide sind die Grundlage für die Qualität der zu produzierenden Teile. Weil die Kavitätsoberfläche die Negativabbildung des Bauteils ist, kann die Bauteilqualität nicht besser sein als die Qualität der Form.

Mit der Formlebensdauer nimmt das Risiko einer abnehmenden Teilequalität zu

Verwunderlich ist es daher, dass die Formpflege oft nicht dieselbe Aufmerksamkeit erfährt wie die Bauteilfertigung. Aufgrund enger Liefertermine und hohen Preisdrucks scheuen viele FVK-Verarbeiter den dafür notwendigen Zeit- und Kostenaufwand.

So steigt mit der Formlebensdauer das Risiko einer abnehmenden Teilequalität. Kostspieliger Ausschuss oder zeitaufwendige Nachbearbeitung ist die Folge. Dabei gibt es auf dem Markt reichlich geeignete Pflegeprodukte. Sie werden in fünf Kategorien eingeteilt: in Compounds, Versiegelungen, Trennmittel, Reiniger und Polituren. Diese Produkte wirken am besten, wenn sie richtig angewendet werden.

Lösemittelbasierte Trennmittel müssen seltener erneuert werden

Die verbreitetste Produktgruppe sind Trennmittel. Ihre Aufgabe ist es, auf der Formoberfläche eine Haftung zwischen Bauteil und Kavität zu verhindern. Zu den ältesten Trennmitteln auf dem Markt gehören Wachspasten. Sie müssen nach jedem Fertigungszyklus aufgetragen werden. Laut Ray Lukich, Verkaufsmanager beim Trennmittelanbieter TR Industries, South Gate (California/USA), können einige Produkte jedoch bis zu drei Zyklen lang halten. Das hänge vom Harz und der Bauteilgeometrie ab. Letztendlich müssten sie dann doch erneuert werden. Das Auftragen von Wachs erfordere Personal und Zeit.

So kam schnell der Wunsch nach Trennmitteln mit längerer Haltbarkeit.

(ID:28142380)