Verzahnschleifen Liebherr-Werke entwickeln gemeinsam Aerospace-Anwendung

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Aus der branchenübergreifenden Zusammenarbeit der Liebherr-Werke Kempten und Friedrichshafen entstand eine spezielle Aerospace-Anwendung auf der neuen Verzahnschleifmaschine LGG 280.

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Auf dem Weg an den Bodensee: Die neue Verzahnschleifmaschine LGG 280 ist fertig zum Abtransport aus Kempten.
Auf dem Weg an den Bodensee: Die neue Verzahnschleifmaschine LGG 280 ist fertig zum Abtransport aus Kempten.
(Bild: Liebherr-Verzahntechnik)

Mit der neuen Anwendung ist die jetzt installierte LGG 280 in der Lage, sehr kleine und hochwertige Bauteile zu schleifen, die den hohen Präzisionsanforderungen in der Luftfahrtbranche gerecht werden. Eine wichtige Komponente sind dabei die Schleifscheiben – sogenannte CBN-Scheiben. Sie wurden ebenfalls innerhalb der Firmengruppe Liebherr gefertigt und stammen aus dem Werk in Ettlingen.

„Der Abschluss der erfolgreichen Kooperation ist das Ergebnis eines langen Prozesses. Sowohl die Fertigung als auch der Transport und der abschließende Aufbau der Maschine haben hervorragend funktioniert“, betonen die beiden Projektleiter Arnold Zeiser aus Friedrichshafen und Bernd Eichenhofer aus Kempten.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit

Dabei scheinen die beiden Branchen Luftfahrt und Verzahntechnik, auf den ersten Blick nicht viele Berührungspunkte zu haben. Doch die gemeinsame Technologie-Entwicklung auf der neuen LGG 280 beweist das Gegenteil: Die hohen Anforderungen der Luftfahrtbranche kombiniert mit der hohen Präzision der Verzahntechnik sind die Basis für die branchenübergreifende Zusammenarbeit. Dabei profitieren beide Seiten vom internen Know-how: „Die Kooperation für die neue LGG 280 ist das beste Beispiel für die Fertigungstiefe von Liebherr. Durch den internen Wissenstransfer und mit der Integration der neuen Verzahnschleifmaschine in unsere Fertigungslinie haben wir für die Anforderungen unserer Kunden optimale Voraussetzungen geschaffen“, so Zeiser.

Die zwei Liebherr-Werke profitierten bei der aktuellen Kooperation von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Bereits im Jahr 2016 arbeiteten beide Werke für den Vorgänger der nun ausgelieferten Maschine erfolgreich zusammen – damals unter anderen Umständen: „Durch die Corona-Pandemie waren das auch für uns erschwerte Umstände. Dennoch konnten wir – unter Einhaltung aller gesundheitsrelevanter Vorgaben – den Zeitplan einhalten“, erklärt Bernd Eichenhofer.

Planetenräder in hoher Verzahnungsqualität

Integriert in die neue Fertigungslinie 3 im Liebherr-Werk in Friedrichshafen werden auf der neuen LGG 280 sogenannte Planetenräder – auch Umlaufgetriebe genannt – gefertigt. Diese bestechen durch eine hohe Verzahnungsqualität und Oberflächengüte. Die Besonderheit ist die neu entwickelte Vorsatzspindel, die zur Fertigung sehr kleiner und hochwertiger Bauteile eingewechselt werden kann.