Schaublin

Made in India – dank Schweizer Werkzeugmaschinen

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Ziel: Fertigung mechanischer Uhrwerke

Nicht nur in Bezug auf Design, sondern auch in Bezug auf Technik, Qualität und Technologie versuchen die Spezialisten von Titan Watches gegenüber den führenden Uhrenmarken aufzuholen. Auch dafür setzt Titan auf Schweizer Qualitätsprodukte und Know-how. Erst kürzlich hat das Unternehmen eine Evo Deco von Tornos in Betrieb genommen. Die Anlage wird vor allem zur Prototypenproduktion eingesetzt und steht in einem separaten, extra klimatisierten Raum. Die Maschinenbediener werden direkt von Tornos ausgebildet. «Die Qualität von Schweizer Uhren ist unser Vorbild», erklärt auch P. Vellingiri, Betriebsleiter von Titan Watches. Es sei zwar noch ein langer Weg, doch die Ziele sind da, berichtet Vellingri weiter.

Hohe Sozialstandards

Auch im sozialen Bereich bietet Titan, wie andere Unternehmen der Tata-Gruppe, besondere Leistungen – vor allem im Vergleich zu den sonst in der Region üblichen Arbeitsbedingungen. Zehn Kilometer von der Fabrik entfernt hat das Unternehmen ein sogenanntes Township errichtet. Dort wohnen die Mitarbeiter, die Lebensqualität ist vergleichsweise hoch, es gibt Schulen für die Mitarbeiterkinder und medizinische Versorgung. Auf dem Werksgelände unterhält das Unternehmen eine Art botanischen Garten. Rund 30 Gärtner kümmern sich um das ausgedehnte Gartengelände.

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Der indische Subkontinent

Für indische Verhältnisse ist Titan Watches und die Uhrenindustrie zwar ein feines und repräsentatives, aber umsatzmässig doch ein eher kleines Beispiel. Aber aus Schweizer Sicht ist Indien schier unvorstellbar gross mit entsprechend grossem Potential: Über 1,2 Milliarden Einwohner besiedeln den Subkontinent, die Bevölkerungsdichte liegt bei 388 Einwohnern je Quadratkilometer – und ist damit fast doppelt so hoch wie in der Schweiz mit nur 199 Einwohnern pro Quadratkilometer. Mit einer Bruttoinlandsproduktion (BIP) von knapp 1,9 Billionen US Dollar liegt Indien weltweit an 10. Stelle – Tendenz steigend. Fitch Ratings schätzt Indien für das Jahr 2015 sogar mit einem BIP von über 2,3 Billionen US Dollar auf Platz 7 ein. Neben der IT-Branche und der erwähnten Uhrenindustrie sind auch andere High-Tech-Branchen in Indien angesiedelt: Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Schmuckindustrie sowie Automobil- und Transportbranche und auch Energietechnik. Indien besitzt damit nach China für Schweizer Unternehmen in Asien das grösste Potential für Geschäftsaktivitäten: als Handelspartner und auch als Produktions- oder Niederlassungs-Standort.

«Schweizer Unternehmen, die hier in Indien niedergelassen sind, sind relativ zufrieden», berichtet Siamak Rouhani, Leiter des Wirtschaftsressorts bei der Schweizer Botschaft in Indien und schränkt auch ein: «Die Arbeitskraft ist in Indien um einiges billiger, allerdings sind die Mitarbeiter bei weitem nicht so produktiv wie in der Schweiz. Ein hoher Bürokratieaufwand ist vor allem für kleinere Unternehmen eine grosse Herausforderung.» Den reinen Zahlen nach haben sich Schweizer Exporte nach Indien zwar verringert, doch in vielen Fällen handelt es sich dabei um Produktionsverlagerungen nach Indien.

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