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Schaublin Made in India – dank Schweizer Werkzeugmaschinen

| Redakteur: Anne Richter

Schweizer Präzisionsmaschinen geniessen weltweit einen hervorragenden Ruf. Auch indische Unternehmen sind von Qualität made in Switzerland überzeugt. Schaublin Machines ist seit 2010 mit einer eigenen Niederlassung vertreten und kann seitdem jedes Jahr seinen Umsatz in Indien um rund 30 % erhöhen. SMM hatte die Gelegenheit einige indische Kunden von Schaublin Machines zu besuchen.

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Schweizer Präzision für Indien: Die Hochpräzisionsdrehmaschine 125-CCN von Schaublin bei Titan in der klimatisierten Hochpräzisionsfertigung.
Schweizer Präzision für Indien: Die Hochpräzisionsdrehmaschine 125-CCN von Schaublin bei Titan in der klimatisierten Hochpräzisionsfertigung.
(Bild: Anne Richter, SMM)

Die gesamte Fabrikhalle und der Maschinenpark erinnern an die Uhrenindustrie vor der Quarzkrise. Namen aller damals bekannten Schweizer Werkzeugmaschinen-Marken wecken Erinnerungen an vergangene Zeiten: Drehautomaten von Petermann und von Tornos-Bechler stehen in Reih und Glied, die Produktion läuft auf vollen Touren. Auch Maschinen von Wahli Frères aus den 70er und 80er Jahren sind permanent im Einsatz. Im Werkzeugbau stehen Maschinen von Schaublin Machines, Mikron und Studer.

Die Betriebsamkeit in der Fabrik zeigt: Es werden Uhren und Uhrenbauteile in grossen Stückzahlen gefertigt. Doch wir haben nicht das Jahr 1984, sondern es ist 2014 und die Fabrik befindet sich nicht in der Schweiz, sondern in Indien im Bundesstaat Tamil Nadu bei Titan Watches, einem Unternehmen der Titan-Gruppe und Indiens führendem Uhrenhersteller. Die Titan-Gruppe wiederum ist Teil der Tata-Gruppe, eines indischen Mischkonzerns mit weltweit über 540 000 Beschäftigten und Hersteller der indischen Automarke Tata.

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Entstanden mit Schweizer Know-how

Die Titan-Gruppe hat schon in den 80er Jahren begonnen, Uhren zu fertigen, damals noch in Zusammenarbeit mit dem französischen Rohwerke-Hersteller France Ebauches. Nach der Insolvenz von France Ebauches erwarb Titan dessen Schweizer Maschinenpark inklusive Know-how und verfrachtete alles nach Indien. Heute ist Titan Watches die bekannteste und grösste indische Uhrenmarke und produziert 15 Millionen Uhren pro Jahr, hauptsächlich für den indischen Markt. Nur ungefähr 30 Prozent davon gehen in den Export – in andere aufstrebende asiatische Länder und nach Südafrika.

Beachtung auch in Europa

Doch Titan Watches setzt auch Achtungszeichen in Europa. Im Jahr 2013 gewann das Unternehmen den renommierten Red Dot Design Award für das beste Produktdesign in der Kategorie Uhren. Mit der Titan Edge hat das Unternehmen die dünnste Quarzuhr weltweit entwickelt. Nur 1,5 mm ist die Edge dick und beeindruckte damit die unabhängige Jury des vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen in Deutschland verliehenen Awards.

Um einen möglichst grossen Kundenkreis bedienen zu können, hat Titan Watches vier Marken lanciert: Sonata für den Massenmarkt, Titan für den mittleren Preisbereich, Nebula der Gold-Kollektion und Fastrack als Marke für Jugendliche. Neben Uhren produziert Titan unter der Marke Fastrack auch andere stylische Jugendprodukte wie Sonnenbrillen, Taschen, Rücksäcke und Brieftaschen.

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