Schaublin

Made in India – dank Schweizer Werkzeugmaschinen

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Der vielleicht auffälligste Unterschied zur Fertigung in Europa ist demnach nicht die Präzision und Genauigkeit, sondern eine geringere Automatisierung und eine entsprechend geringere Produktivität. In der Einarbeitungsphase gibt es pro Maschine einen Maschinenbediener, erst später soll ein Bediener drei Maschinen betreuen. Das hängt vor allem mit den wesentlich niedrigeren Personalkosten zusammen, hat aber auch politische Gründe. Auf Grund der sehr hohen Arbeitslosigkeit sind Unternehmen verpflichtet, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, wenn sie in Maschinen investieren.

Medizintechnische Fertigung für Forschung und Entwicklung

Nicht nur in der Luft- und Raumfahrt ist Indien bestrebt, auf eigenen Beinen zu stehen, sondern auch in der Pharmaindustrie und in der Medizintechnik. Westliche Medizin- und Pharmaprodukte sind für den grössten Teil der indischen Bevölkerung unerschwinglich. So befindet sich die weltweit grösste Generikaproduktion in Indien. Medizintechnische Entwicklungen werden staatlich gefördert, so gibt es verschiedene Institute für die Forschung und Entwicklung medizintechnischer Teile, die vom Staat direkt unterstützt werden. Werden Produkte und Prozesse in der Praxis umgesetzt, werden Lizenzgebühren fällig, mit denen sich die Institute zusätzlich finanzieren.

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Zu den entwickelten Medizinprodukten gehören Herzklappen sowie die gesamten Ausrüstungen für offene Herzoperationen, wie zum Beispiel Zentrifugal-Blutpumpen. Das sind sehr komplizierte Konstruktionen, da sich ein 6-poliger Magnet im Inneren befindet, der nicht mit Blut in Berührung kommen darf. Diese vom Institut entwickelte Operation wird in ganz Indien angewandt.

Hochpräzisionsmaschinen für Präzisionsfertigung

Für die Entwicklung und Fertigung solch präziser Bauteile ist natürlich auch eine entsprechende technische Ausstattung notwendig. Am Institut werden nicht nur Einzelteile und Prototypen gefertigt, sondern auch Serien von über 1000 Stück für medizinische Tests an Spitälern in Indien. Hier setzen die Verantwortlichen aus der Präzisionsfertigung auf Schweizer Präzision, speziell auf Maschinen von Schaublin. Insgesamt drei Schaublin-Maschinen sind am Institut im Einsatz; unter anderem die 28-CCN, eine 3,5-Achs-Präzisionsfräsmaschine, wie sie auch an der ETH in der technischen Werkstatt von Inspire im Einsatz ist. Hier werden alle Frästeile am Institut hergestellt. Drehteile, wie zum Beispiel Schrauben für eine Dialysezentrifuge, werden auf der Schaublin 125-CCN gefertigt. Das kleinste an der Maschine gefertigte Drehteil hat einen Aussendurchmesser von 2,2 mm und einen Innendurchmesser von 1,0 mm. Für Einzelkomponenten nutzen die Mitarbeiter des Instituts die konventionelle Hochpräzisionsdrehmaschine 102N-VM/CF von Schaublin.

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