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VDMA Maschinenbau schließt 2019 mit Enttäuschung ab

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Maschinenbauer in Deutschland ziehen für 2019 eine enttäuschende Bilanz. Im Vergleich zum Vorjahr steht ein Minus von real 9 % in den Auftragsbüchern. Auch das Ende des Jahres machte dabei keine Ausnahme, wie der VDMA am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Der Maschinenbau liegt zwar 2019 beim Auftragseingang deutlich im Minus, doch bei den Turbinen lief es zuletzt besser.
Der Maschinenbau liegt zwar 2019 beim Auftragseingang deutlich im Minus, doch bei den Turbinen lief es zuletzt besser.
(Bild: Siemens)

Im Dezember 2019 verfehlten die Bestellungen das Vorjahresniveau um real 7 % im Vergleich zum Vorjahr, teilte der VDMA weiter mit. Im Inland wurden im Schlussmonat 5 % weniger Bestellungen verzeichnet, aus dem Ausland kamen 7 % weniger Orders.

Auch der Dezember 2019 war für den Maschinenbau mager

Der Blick auf das Gesamtjahr 2019 zeigt deutliche Rückgänge in den Auftragsbüchern: Insgesamt verbuchten die Maschinenbauer ein Minus der Inlandsbestellungen von 9 %, die Auslandsorders gingen ebenfalls um 9 % zurück. „Zusammengefasst war 2019 ein konjunkturell trübes Jahr für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland. Insbesondere internationale Handelsstreitigkeiten, zunehmender Protektionismus und das Brexit-Abenteuer sowie der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie haben zu Unsicherheiten und Investitionszurückhaltung geführt. Das hat in den Orderbüchern deutliche Spuren hinterlassen“, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Die Auftragseingänge aus den Euro-Ländern zeigen für 2019 ein Minus von 8 %, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 9 % weniger Aufträge. „Wir lagen zwar leicht über dem Jahresdurchschnitt vom –9 %, aber dennoch: Der Dezember war ein magerer Monat“, erläutert Wortmann weiter.

Im Drei-Monats-Vergleich Oktober bis Dezember 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um real 11 % im Minus, im Vergleich zum Vorjahreswert. Die Inlandsorders sanken um 11 %, die Auftragseingänge aus dem Ausland sanken um 10 %. Die Bestellungen aus dem Euro-Raum gingen um 11 % zurück, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 10 % weniger Aufträge.

Vier Maschinenbau-Fachzweige wachsen um 10 % oder mehr

Vier Fachzweige konnten in den vergangenen Monaten allerdings ihren Auftragseingang um mindestens 10 % steigernn, wie Wortmann im Gespräch mit MM Maschinenmarkt sagte: Power Systems, Druck- und Papiertechnik, Holzbearbeitungsmaschinen sowie Motoren und Systeme. Auf der anderen Seite gab es ein Minus von 20 % und mehr bei den Werkzeugmaschinen, Bergbaumaschinen, Verfahrenstechnik, Gießereimaschinen und Thermoprozesstechnik.

Für 2020 verweist Wortmann auf die VDMA-Produktionsprognose von –2 %. „Wir haben gerade Anfang Februar – natürlich ist das noch nicht gesetzt oder sicher im Kasten. Man kann aber doch sagen: Einige Weichen sind für das Jahr 2020 für die Produktion längst gestellt, denn wir haben einen Vorlauf vom Auftragseingang zum Umsatz von etwa acht Monaten“, sagt der Konjunkturexperte weiter. Durch den schlechten Auftragseingang werde wohl die Produktion im Minus landen.

Auf der anderen Seite macht Wortmann der Branche Hoffnung: „Die Geschäftsklimaindikatoren sehen so aus, als wären sie auf der Talsohle angelangt. Wenn dem so wäre, könnte der Auftragseingang reagieren und die Produktion wieder anziehen. Für 2020 zu spät, aber für 2021 ein erster Lichtblick."

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