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Konjunktur

Maschinenbauaufträge sinken weiterhin zweistellig

| Autor: Stéphane Itasse

Die Auftragseingänge im Maschinenbau verzeichnen im April den fünften Monatsrückgang in Folge. Ein schwaches Inlandsgeschäft und fehlende Auslandsorders sorgen für einen Rückgang von 11 % im Vergleich zum Vorjahr, wie der VDMA am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilt.

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Die Auftragseingänge im Maschinenbau lassen schwierigere Zeiten für die Branche erahnen.
Die Auftragseingänge im Maschinenbau lassen schwierigere Zeiten für die Branche erahnen.
(Bild: Schaeffler)

Für diesen Rückgang sorgten sowohl ein schwaches Inlandsgeschäft (minus 15 %), als auch fehlende Auslandsorders (minus 9 %). „Angesichts der bis zuletzt rückläufigen Konjunktur-Frühindikatoren sowie der ständigen Störungen aus dem politischen Umfeld überrascht das Ergebnis nicht wirklich“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Die anhaltenden Handelsstreitigkeiten der großen Wirtschaftsblöcke, aber auch viele regionale politische Krisen sorgen dafür, dass die Investoren verunsichert sind und sich mit neuen Bestellungen zurückhalten.“

Maschinenbestellungen aus dem Euroraum halten sich relativ gut

Aus dem Euroraum kamen im April 6 % weniger Aufträge, die Nicht-Euro-Länder lagen um 10 % unter dem Vorjahreswert. Im Drei-Monats-Vergleich Februar bis April 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um real 10 % unter dem Vorjahreswert. Während die Inlandsorders um 10 % sanken, gingen die Auftragseingänge aus dem Ausland um 11 % zurück. Die Bestellungen aus dem Euro-Raum gaben um 8 % nach, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 12 % weniger Aufträge.

Da die ersten Zölle der USA auf chinesische Produkte im Juni seit einem Jahr in Kraft sind, spürt auch der deutsche Maschinenbau die Auswirkungen, wie Wiechers weiter erläutert. Die Exporte Chinas in die USA sind nach seinen Worten um rund 20 % zurückgegangen. Auch deutsche Unternehmen sind betroffen: Zum Teil produzieren sie in China und exportieren von China in die USA. Hier müssen Produktionsstandorte umgestellt werden, wenn man nicht von Zöllen belastet werden will. „Selbst die deutschen Exporte nach China leiden, weil die chinesischen Investoren verunsichert sind. Mittlerweile liegen wir im deutschen Handel mit China auf Vorjahresniveau“, berichtet der VDMA-Chefvolkswirt. Auch würden die ständigen Attacken des US-Präsidenten verunsichern und damit die Weltkonjunktur beeinträchtigen.

Maschinenbauer arbeiten Auftragsbestände aus dem Vorjahr ab

Beim Umsatz profitieren die Maschinenbauer noch von ihrem Auftragspolster aus dem Vorjahr, laut Wiechers gab es hier bis April ein reales Wachstum von 1 %. „Wie lange dieser Effekt vorhält, kann man nicht sagen“, warnt er.

Bei den einzelnen Fachzweigen des Maschinenbaus gab es von Februar bis April aber auch steigende Auftragseingänge, wie VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann auf Anfrage von MM Maschinenmarkt erläuterte: „Wir haben drei Fachzweige mit mehr als 10 % Wachstum: Power Systems, Bergbaumaschinen sowie Aufzüge und Fahrtreppen.“ Auf der anderen Seite gingen die Bestellungen für Textilmaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Thermoprozesstechnik und Gießereimaschinen um mehr als 30 % zurück.

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, MM MaschinenMarkt