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Kunststoffe

Maßgeschneiderte Compounds als Basis für Gleitprofile und -elemente

17.03.2009 | Autor / Redakteur: Werner Nagel / Josef-Martin Kraus

Bild 1: Bei einem ähnlich niedrigen Reibbeiwert wie dem von Polyethylenprofilen hält diese Gleitführung einer erheblich höheren Druckbelastung stand.
Bild 1: Bei einem ähnlich niedrigen Reibbeiwert wie dem von Polyethylenprofilen hält diese Gleitführung einer erheblich höheren Druckbelastung stand.

Besser als Metalle können Kunststoffe spezifischen Bauteilanforderungen angepasst werden. Ein Ergebnis dieses Anpassungsprozesses sind maßgeschneiderte Kunststoff-Compounds mit eingebundenen Festschmierstoffen für Gleitprofile und -elemente. Diese Compounds müssen immer häufiger weitere spezifische Eigenschaften haben. Der Trend bei gleitfähigen Halbzeugen und Bauteilen heißt Multifunktionalität.

Mit der Maschinenleistung steigen die Anforderungen an die Komponenten. Daher werden von Gleitprofilen nicht nur immer bessere Trockenlaufeigenschaften verlangt, sondern auch zunehmend engere Maßtoleranzen und höhere Festigkeitswerte.

Polyurethan-Gleitführung schägt Polyethylen

Ein Beispiel dafür ist eine Gleitführung des österreichischen Profilherstellers Faigle, Hard, für Flachriemen aus Polyurethan (Bild 1). Sie wird seit kurzem in Riemenförderern für Behälter verbaut und hat einen ähnlich niedrigen Reibbeiwert wie Polyethylenprofile, hält jedoch einer erheblich höheren Druckbelastung stand.

Mit Gleitprofilen aus Kunststoffen ist das möglich. Die Basis dafür wird beim Compoundieren gelegt. Ziel ist die anwendungsspezifische Funktionalisierung. So punkten Kunststoffe der Faigle-Reihe PAS mit inkorporierten Trockenschmierstoffen.

Das Ergebnis sind Gleitprofile mit:

  • niedrigem Reibwert,
  • hoher Verschleißfestigkeit,
  • Trockenlauffähigkeit,
  • guten Notlaufeigenschaften,
  • niedrigen Geräuschemissionen und
  • ohne Korrosionsgefahr.

Diese Eigenschaften sind im Maschinen- und Anlagenbau sehr gefragt.

Mehr Antriebsleistung bei Anstieg der Reibung

Überall dort, wo zwei Flächen gegeneinander gleiten, gibt es Reibung und Verschleiß. Von konstruktiv beabsichtigten Hemm- und Bremswirkungen abgesehen, wirken sich Reibung und Verschleiß jedoch meist nachteilig auf die erwünschten Funktionen aus. So erfordert eine höhere Reibung einen höheren Kraftaufwand.

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