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Jahrestreffen der Kaltmassivumformer/Fachtagung Warmmassivumformung

Massivumformung zeigt alle ihre Fähigkeiten

| Autor: Annedore Bose-Munde

Dort, wo Bauteile für die Fortbewegung benötigt werden, ist es sinnvoll, Leichtmetalle einzusetzen. Ein geeignetes Fertigungsverfahren zur entsprechenden Herstellung ist das Querteilwalzen.
Dort, wo Bauteile für die Fortbewegung benötigt werden, ist es sinnvoll, Leichtmetalle einzusetzen. Ein geeignetes Fertigungsverfahren zur entsprechenden Herstellung ist das Querteilwalzen. (Bild: Fraunhofer-IWU)

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Am 3. und 4. Februar treffen sich in Düsseldorf die Branchenkenner der Massivumformung zum Jahrestreffen der Kaltmassivumformung. Erstmals ist ein Blick über den Tellerrand möglich, denn zeitgleich findet die 4. VDI-Fachtagung Warmmassivumformung statt.

Die Deutschen Edelstahlwerke werden beispielsweise in beiden Themenbereichen vertreten sein. Im Vortrag „Kaltfließpressen von Einsatzstählen“ wird Tabea-Vera Jentzsch, technische Kundenberatung/Edelbaustahl bei der Deutschen Edelstahlwerke GmbH in Siegen, alternative Fertigungsmöglichkeiten von Einsatzstählen in der Kaltmassivumformung darstellen.

Optimiertes Einsatzhärten verbessert Produkte der Kaltmassivumformung

„Einsatzstähle werden heute vor und nach der Kaltumformung im Wesentlichen FP-geglüht, um die gewünschten Zwischenprozessschritte darstellen zu können. Da abschließend eine separate End-Wärmebehandlung, das Einsatzhärten, folgt, können aus unserer Sicht die Zwischenschritte so optimiert werden, dass das Produkt eine bessere Oberfläche aufweist, feinkornbeständig ist und gleichzeitig engere Prozessgrenzen aufweist. Die erzeugten Produkte in Form von einsatzgehärteten Getriebebauteilen als Beispiel zeigen eine höhere Gleichmäßigkeit und ein deutlich geringeres Verzugspotenzial“, gibt Jentzsch einen Ausblick auf den Vortrag.

In der gesamten Prozesskette werden die Wärmebehandlungsaufwendungen reduziert. Doch Jentz­sch benennt auch die Herausforderung: „Kaltumformung von Stahl mit völlig neuen Gefügezuständen macht ein Denken über die Prozessabläufe hinaus erforderlich. Der Prozess der Kaltumformung selbst bleibt, die Prozessschritte vorher und hinterher sind jedoch neu zu definieren.“

Das Kaltfließpressen von Einsatzstählen hat mengenmäßig eine große Bedeutung als Vormaterial für die Automobilindustrie, beispielsweise beim Anstauchen und Reduzieren von Stabstahl zu abgesetzten Wellen inklusive Zahnrad oder auch bei anderen massivumgeformten Teilen. Entsprechend liegen die Einsparpotenziale des dargestellten Verfahrens auf der Hand: eine bessere CO2-Bilanz, kürzere Prozesse in der Herstellung und weniger Nacharbeit an einsatzgehärteten Wellen durch geringeren Verzug.

Zertifizierung für energieintensive Produktionsbetriebe ist vorgeschrieben

Um effizientes Energiemanagement in der Umformtechnik geht es im Vortrag von Achim Schulze, Leiter Entwicklung MES, sowie Wolfgang Faulhaber und Thomas Kopka, beide Mitglied der Geschäftsleitung, von der Schwer + Kopka GmbH aus Weingarten. „Die Produktionsanlagen in der Umformtechnik arbeiten in der Regel energieintensiv. Die Senkung der Energiekosten und die Überwachung der Soll/Ist-Kennzahlen birgt daher ein großes Rationalisierungspotenzial in der Umformtechnik. Mit dem Jahr 2015 ist die Zertifizierung für energieintensive Produktionsbetriebe vom Gesetzgeber vorgeschrieben“, unterstreicht Achim Schulze die Bedeutung des Themas. Im Blickpunkt stehen dabei Umformpressen, Gewindewalzen, zerspanende Nachbearbeitungsmaschinen mit besonderem Fokus auf den Versorgungsaggregaten wie Zu- und Abluft, Druckluft sowie die Stromversorgung.

„Die große Herausforderung stellt das Umlegen und Zuordnen der Energieverbräuche auf einzelne Produktionsanlagen dar, um so genannte Energiefresser zu identifizieren“, betont Schulze. Darüber hinaus müssten geeignete Kennzahlen ermittelt werden, um permanente Soll/Ist-Abweichungen schnell zu erfassen und plötzlich auftretende Energieschwunde eindämmen zu können. Die Überprüfung der Nachhaltigkeit der eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen müsse dabei zeitnah, automatisch, zuverlässig und ohne personellen Zusatzaufwand realisierbar sein.

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