Auch andersherum Mehrfachantriebe sind servicefreundlicher konzipierbar

Redakteur: Alina Hailer

Ringspann erweitert seine anbaufähige Freilauf-Baureihe FXR um die neue Variante FXRB, die mit Drehmomentbegrenzung und Klemmstückabhebung aufwartet. Betont wird die neue Rückwärtsdrehfunktion.

Firmen zum Thema

Das Hauteinsatzgebiet dieser FXR-Freiläufe sind die Mehrfachantriebe der Förder-, Trenn- und Zerkleinerungsanlagen in der Schüttgut- und Montantechnik.
Das Hauteinsatzgebiet dieser FXR-Freiläufe sind die Mehrfachantriebe der Förder-, Trenn- und Zerkleinerungsanlagen in der Schüttgut- und Montantechnik.
(Bild: Ringspann)

Die FXR-Freiläufe von Ringspann kommen primär als Rücklaufsperren in Mehrfachantrieben zum Einsatz. Zum Beispiel bei Stetigförderern, Zerkleinerungsmühlen, Becherwerken oder Trockentrommeln sowie Schneckenpumpen in der Schüttgut-, Hydro-, Recycling- und Bergbautechnik. Die FXR-Freiläufer verfügen über eine Klemmstückabhebung X, eine Drehmomentbegrenzung sowie – je nach Ausführung – über eine integrierte Löseeinrichtung. Die FXR-Rücklaufsperren mit Löseeinrichtung sollen unter anderem in Bandförderern, bei denen ein genau kontrollierbares Entspannen des Bandes und der gesamten Anlage sowie eine begrenzte Rückdrehung jederzeit möglich sein muss, gute Unterstützung leisten – beispielsweise, wenn sich Umlenktrommeln verklemmt haben.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die nur teilweise ausführbare Rückwärtsbewegung einer Förderanlage bei verschiedenen Anforderungen nicht ausreicht, um Störungen ganz zu beheben. Mit der FXRB sei das anders, denn sie soll das kontrollierte Lösen unter Volllast bieten und unbegrenzte Leerfahrten im Rückwärtslauf ermöglichen. Sie ermöglicht es Konstrukteuren auch, zusätzliche Freiräume für instandhaltungstechnisch optimierte Antriebe bereit zu halten.

Bildergalerie

Gestaffelte Verteilung schädlicher Kräfte

Die FXR-Baureihe gibt es in insgesamt fünf Ausführungen für Rutschdrehmomente bis 107.000 Newtonmeter, die sich als Rücklaufsperren in Mehrfachantrieben einsetzen lassen, heißt es weiter. Alle Typen verfügen über eine Drehmomentbegrenzung, damit eine ungleiche Verteilung des Rückdrehmomentes in Mehrfachantrieben erst gar nicht auftrete.

Eigentlich, merkt Ringspann an, müssen Konstrukteure ohne eine Drehmomentbegrenzung jede Rücklaufsperre an jedem Getriebe aus Sicherheitsgründen auf das gesamte Rückdrehmoment der Förderanlage auslegen. Mit dem Drehmomentbegrenzer sei das passé. Die Begrenzer rutschen beim Überschreiten des eingestellten Drehmomentes kurzzeitig, bis nach und nach die anderen Rücklaufsperren zum Eingriff kommen. So verteilt sich das gesamte Rückdrehmoment der Anlage auf die einzelnen Rücklaufsperren der Getriebe, erklärt der Hersteller. Außerdem würden die dynamischen Drehmomentspitzen beim Sperrvorgang gekappt, so dass alle Antriebselemente vor deren schädlicher Wirkung geschützt seien.

Die nächste Generation setzt auf Carbon

Die einzelnen Ausführungen der FXR-Baureihe werden serienmäßig in je zehn Größen mit Bohrungen von 65 bis 240 Millimeter angeboten. Sie sind ausgelegt für die stirnseitige Schraubmontage auf Antriebswellen. Außer den gemeinsamen Merkmalen der Klemmstückabhebung X und der Drehmomentbegrenzung stehen sie in Varianten mit (FXRU) und ohne Löseeinrichtung (FXRW) zur Verfügung sowie in der speziellen Type namens FXRB mit freier Rückwärtslauffunktion.

In der neusten Generation sollen dann alle FXRs Reibbeläge aus Carbon haben. Das steigere das Drehmoment und erlaube es, die Außendurchmesser der Freiläufe kleiner zu gestalten. Für bestehende Anwendungen werden weiterhin die alten Versionen mit organischen Reibbelägen angeboten, so Ringspann. Die Freigabe- respektive Löseeinrichtungen sind serienmäßig rein mechanisch ausgeführt. Eine hydraulische Auslösung wird aber optional angeboten.

(ID:47579640)