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Messetrio Intec, Z und Grindtec fokussieren Additive Fertigung

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Wenn hochproduktive Maschinen die Additive Fertigung treffen ...

Völlig neue Produktionsalternativen ermöglicht die Additive Fertigung, man denkt zunächst nicht daran, auch in der Textilindustrie, führt die Leipziger Messe weiter aus. Eine Innovation aus diesem Bereich stellt Michael Kieren, Manager Geschäftsentwicklung beim Textilmaschinenhersteller Karl Mayer, vor. Denn bei einer Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld hat das Unternehmen einen 3D-Drucktisch entwickelt, der sich in die textile Serienfertigungslandschaft direkt integrieren lässt. Karl Mayer kombiniert dabei quasi die Flexibilität der additiven Fertigungsweise mit der hohen Produktivität von Textilmaschinen. Der benötigte Inline-Druckkopf könne dazu schnell an jede textile Fertigungsposition gebracht werden, um verschiedene Applikationen wie partielle Verstärkungen, Design- oder Funktionselemente auftragen zu können, wie Kieren betont. Eine Mustererkennungssoftware und ein Kamerasystem sorgten dafür, dass das dann auch an der richtigen Position passiere. So werde die Herstellung individualisierter Produkte in einem hochproduktiven Serienprozess möglich.

Karl Mayer hat einen 3D-Drucktisch für Textilanwendungen entwickelt. Er kombiniert die fertigungstechnische Flexibilität der Additiven Fertigung mit der Produktivität von Textilverarbeitungsmaschinen.(Bild:  Karl Mayer)
Karl Mayer hat einen 3D-Drucktisch für Textilanwendungen entwickelt. Er kombiniert die fertigungstechnische Flexibilität der Additiven Fertigung mit der Produktivität von Textilverarbeitungsmaschinen.
(Bild: Karl Mayer)

Die Partner haben ihre Entwicklung bei der Produktion von Schuhstoffen erprobt. „Hier sind mehr noch als in anderen Bereichen die verschiedensten Applikationen gefragt. Dafür eignet sich der 3D-Drucktisch sehr gut. Der Prototyp steht. Jetzt sind wir mit potenziellen Anwendern dabei, das Verfahren in die Praxis zu bringen“, verweist Michael Kieren auf die nächsten Schritte.

Additive Fertigung verwandelt Reststoffe in Neuprodukte

Ein Vorteil additiver Herstellungsmethoden im Vergleich zu sogenannten subtraktiven, also Material abtragenden Verfahren ist der effizientere Werkstoffeinsatz. Der Teileaufbau erfolgt dabei Schicht um Schicht konturgenau statt aus einem massiven Materialblock das herauszufräsen, was nicht hingehört, bis die Endkontur erreicht ist. Noch mehr Nachhaltigkeit strebten die Partner im Rahmen des im April 2022 gestarteten Projekt „SAMSax“ an. Der Begriff steht für Sustainable Additive Manufacturing in Saxony. Das erklärte Ziel ist es, Reststoffe aus Industrie und Landwirtschaft für die Additive Fertigung aufzubereiten, damit daraus wieder neue Produkte hergestellt werden können. Damit sollen Wege für eine durchgängige Kreislaufwirtschaft ebnen, erklärt Dr. Lisa Kühnel von der Professur für Additive Fertigung der TU Bergakademie Freiberg, die auch einen entsprechenden Vortrag halten wird. Die Freiberger beschäftigen sich übrigens bereits seit geraumer Zeit mit der Additiven Fertigung auf Basis biobasierter Materialien und Reststoffen. Sie haben unter anderem aus sogenanntem Miscanthus-Schilf (Chinaschilf, landläufig und falsch auch als Elefantengras bezeichnet) Elemente zur Schall- und Wärmedämmung gefertigt.

Die TU Freiberg ist mit weiteren Partnern dabei, biobasierte Materialien per 3D-Druck zu verarbeiten, um die Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschafts-Ziele unserer Zeit zu erreichen. Hier ein Bauteil, das auf Chinaschilf basiert. Daraus sind bereits Schalldämmungselemente entsanden.(Bild:  TU Freiberg)
Die TU Freiberg ist mit weiteren Partnern dabei, biobasierte Materialien per 3D-Druck zu verarbeiten, um die Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschafts-Ziele unserer Zeit zu erreichen. Hier ein Bauteil, das auf Chinaschilf basiert. Daraus sind bereits Schalldämmungselemente entsanden.
(Bild: TU Freiberg)

Ebenso könnten zu Pulver zermahlene Brechsande additiv verarbeitet werden. Mit Partnern der TU Chemnitz und der TU Dresden bauen die Freiberger im Rahmen des Projekts nun ein Reallabor für eine nachhaltigere Additive Fertigung auf. Werde erst erkannt, wie sinnvoll das sei, würden sich auch neue Geschäftsfelder für die sächsische Industrie eröffnen. Vor allem für KMUs sehen die Forscher dabei gute Chancen.

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