Elektrische Ausrüstung Messgerät zeigt Qualitätsprobleme in der Stromversorgung auf

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Oftmals kommt es zu Produktionsausfällen aufgrund von Stromschwankungen. Bis zu 7% aller Produktionsfehler sollen auf Qualitätsmängeln des Stromes beruhen. Mit einem eigens entwickelten Messgerät ist es nun möglich, die Qualitätsprobleme in der Stromversorgung zu ermitteln.

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Zur Strommessung werden die flexiblen Stromzangen (Rogowskispule) jeweils um die drei Phasen einer Stromversorgung gelegt, die von der Trafostation abgehen. Bild: Heldele
Zur Strommessung werden die flexiblen Stromzangen (Rogowskispule) jeweils um die drei Phasen einer Stromversorgung gelegt, die von der Trafostation abgehen. Bild: Heldele
( Archiv: Vogel Business Media )

Stillstandszeiten von Maschinen, Ausschuss fehlerhafter Produktionsteile oder Lieferprobleme können richtig Geld kosten, das Image der Firma beschädigen und im schlimmsten Fall zu Auftragsverlust und Konventionalstrafen führen. Meist werden die Fehler in technischen Mängeln der Maschine, der Steuerung, Software oder beim Bediener gesucht. Georg Thomas, seit 2006 vereidigter Sachverständiger des Elektrotechnikhandwerks und Bereichsleiter für Industrial Services bei dem Elektrotechnikspezialisten Heldele in Salach, hat jedoch ermittelt, dass in 7% aller Fälle die Ursache in der Stromzufuhr liegt.

Aus der Erfahrung durch die Ausübung beider Funktionen hat er innerhalb von drei Jahren ein Messgerät entwickelt, das auf der Basis von rund 35 Prüfparametern wie Strom, Leistung und Spannung Daten erhebt und mittels dafür erstellter Software auswertet. Seit April 2009 ist das Gerät, das das Salacher Unternehmen selbst produziert, im Serieneinsatz beim Kunden. Selbst technische Laien sollen das Gerät vor Ort installieren können.

Per UMTS-Funkübertragung können die Daten analysiert werden

Per UMTS-Funkübertragung können sich Thomas und weitere Heldele-Experten über das Messgerät jederzeit in die Produktion vor Ort einwählen und sich die Daten in Grafiken auf den Rechner ziehen. So analysieren sie Produktionsprozesse, erheben Befunde, lokalisieren Ursachen und diagnostizieren, wo von Maschinen, Arbeitsprozessen oder Produktionsvorgängen welche Störungen ausgehen.

Für den Laien vergleicht Thomas die Stromversorgung einer Fabrik gerne mit der Wasserversorgung in einem Mehrfamilienhaus. Dort hat man auch einen zentralen Eingang, an dem ein Verteiler sitzt, von dem aus die einzelnen Stränge gespeist werden.

Und je weiter hinten im Verteilsystem ein Abnehmer sitzt, desto eher ist er von einem Druckabfall betroffen. Es gilt aber auch, dass ein Verbraucher, der irgendwo schubweise und getaktet einen hohen Bedarf absaugt, für negative Rückkopplungen ins Gesamtsystem sorgt.

Strom-Untersuchungen können mehrstündig bis mehrwöchig dauern

Übertragen auf das Elektroversorgungsnetz lassen sich all diese Prozesse mit dem Messgerät in oft mehrstündigen, manchmal auch mehrtägigen oder mehrwöchigen Untersuchungen ermitteln. Anschließend lassen sich dann punktgenaue Lösungen entwickeln.

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