Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Produktpiraterie

Mit High-Tech gegen Piraten: Im Kampf gegen Fälscher und Plagiatoren

| Autor: Robert Horn

Original und Fälschung sind selbst von Profis oft nur schwer auseinanderzuhalten. Hier: Links das Original, rechts die Fälschung.
Original und Fälschung sind selbst von Profis oft nur schwer auseinanderzuhalten. Hier: Links das Original, rechts die Fälschung. (Bild: Schaeffler)

Es wird geklaut, was das Zeug hält: Schon seit Jahrzehnten tobt ein Kampf der Industrie gegen Raubkopierer und Plagiatoren aus aller Welt, der entstandene Schaden geht in die Billionen. Die Unternehmen wehren sich mit immer ausgefeilteren technischen Kniffen. Aber auch die Gegenseite hat dazugelernt. Jetzt droht dem deutschen Maschinenbau die Produktpiraterie 4.0.

Es geht um richtig viel Geld: 7,9 Mrd. Euro, so hoch war der Umsatzschaden für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau allein 2013 durch Produktpiraterie, stellt der VDMA in seiner Studie „Produktpiraterie 2014“ fest. Das entspricht etwa 38.000 Arbeitsplätzen. Die weltweite Zahl ist noch weit größer: Für 2015 prognostiziert die Internationale Handelskammer (ICC) einen Schaden durch Piraten auf mehr als 1,7 Bio. US-Dollar und eine Gefährdung von 2,5 Mio. Arbeitsplätzen in den G-20-Staaten. Die Anzahl der betroffenen Unternehmen steigt, von 50 % im Maschinen- und Anlagenbau 2003 hin zu 71 % im Jahr 2014. Betroffen sind vor allem größere Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Bekannte Namen sind darunter, etwa Festo, Wika, SKF oder Schaeffler.

Viele dieser Unternehmen wehren sich – mit Erfolg – und sind vor allem im Ausland aktiv: Denn der größte Teil der Plagiate kommt nach wie vor aus China, mit gehörig Abstand auf Platz 2: Deutschland. Hierher kommen vor allem Hightech-Plagiate, also ganze Maschinen, Komponenten und Ersatzteile. Ein Unschuldslamm ist die deutsche Wirtschaft also nicht. Vor allem Wettbewerber nutzen Plagiate, um Nachteile aufzuholen und der Konkurrenz zu schaden. Hinzu kommen, dank der voranschreitenden Digitalisierung, immer neue Möglichkeiten für Know-How-Diebstahl oder ausgeprägte Wirtschaftsspionage. Das Aufrüsten auf beiden Seiten ist im vollen Gang. Was folgt, ist die Piraterie 4.0.

Die Evolution der Piraterie

Den Begriff prägt Ulrich Demuth, zuständig für gewerblichen Rechtschutz, Marken und Patente bei Wika, weltweit agierender Hersteller von Messtechnikgeräten. Ähnlich der vielzitierten Industrie 4.0 gliedert er die Entwicklung auf dem Bereich der Produktpiraterie in vier Evolutionsstufen: Von der einfachen Piraterie auf See (1.0) über billige Kopien etwa eines Shirts oder einer Uhr (2.0) bis zum Know-How-Diebstahl (3.0) über Reverse Engineering. Evolutionsstufe 4 – und die kommt laut Demuth direkt auf uns zu – ist das sogenannte Trademark Adopting, bei dem ganze Marken einfach nachgeahmt werden. Das umfasst sowohl den Know-How-Diebstahl als auch die Übernahme der gesamten Identität inklusive nachgebauter Webshops. Verkauft wird dann aber das billigere Plagiat. Prominentes Beispiel der derzeit wohl bekanntesten Marke der Welt: In China, etwa in der Stadt Kunming, finden sich Smartphone-Stores, die einem Apple-Store bis aufs Haar gleichen.

Inhalt des Artikels:

Robert Horn
Über den Autor

Robert Horn

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43487962 / Management & IT)

Themen-Newsletter Management & IT abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Industrial Usability 2019

Das Anwendererlebnis im Mittelpunkt

Wie sieht eine erfolgreiche UX-Strategie aus? Ein Glück in Sachen Alleinstellungsmerkmal: Eine für alle, die gibt es nicht. Dieses Dossier bietet verschiedene aktuelle Ansätze und Trends in der Industrial Usability. lesen

Effizienzsteigerung

Mit Künstlicher Intelligenz erfolgreich durchstarten

Wie Sie Ihr erstes KI-Projekt starten, wie sich die Branche verändern wird und welche Best Practices es heute schon gibt – hier finden Sie die Fakten und das nötige Grundlagenwissen! lesen