Suchen

Produktetrend

Mülltrennung für Profis

| Autor: Simone Käfer

Aus Schrott lässt sich Neues zaubern. Um eine Wiederverwertung möglich zu machen – und auch rentabel für die Recycling­unternehmen –, müssen jedoch zuerst die Materialien getrennt werden. Dazu braucht es die richtigen Sortieranlagen.

Firmen zum Thema

Laut einer europäischen Richtlinie müssen Altfahrzeuge zu mindestens 95 % des durchschnittlichen Fahrzeuggewichts wiederverwendet und verwertet werden. Die Verantwortung für dieses Projekt bei GDE Recyclage, mit dem Ziel mindestens 85 % der ASRs (Automobile Shredder Residues) zu verwerten und 10 % energetischer Wiederverwertung, liegt in den Händen von Olivier Pitavy.
Laut einer europäischen Richtlinie müssen Altfahrzeuge zu mindestens 95 % des durchschnittlichen Fahrzeuggewichts wiederverwendet und verwertet werden. Die Verantwortung für dieses Projekt bei GDE Recyclage, mit dem Ziel mindestens 85 % der ASRs (Automobile Shredder Residues) zu verwerten und 10 % energetischer Wiederverwertung, liegt in den Händen von Olivier Pitavy.
(Bild: Steinert)

Schrottreife Fahrzeuge müssen in der EU zu mindestens 95 % des durchschnittlichen Fahrzeuggewichts wiederverwertet werden. Rentabel ist diese Quote für Recyclingunternehmen nur, wenn sie die aufbereiteten Sekundärrohstoffe profitabel verkaufen können. Das zu recycelnde Material (Inputmaterial, Shredder Residues) besteht aus einem Mix von Kunststoffen mit unterschiedlichen Hölzern, Gummi, Schaumstoff und Textilien. Nur wenn die Kunststoffe von nassem Holz, Schaumstoff und Textilien getrennt werden können, ist eine Wiederverwertung von 95 % des Materials realistisch.

Ergänzendes zum Thema
Anwenderblick
Zusammenarbeit als Schlüssel

Olivier Pitavy erklärt die Schwierigkeit beim Recyceln von Autos und welche Ansprüche er an eine Zusammenarbeit stellt. Pitavy ist Development Project Manager bei Ecore B.V., dem niederländischen Mutterunternehmen von GDE.

Was war die größte Herausforderung?

Olivier Pitavy, Development Project Manager bei Ecore: „Ich würde niemals eine Maschine kaufen, deren Technik ich nicht verstehe.
Olivier Pitavy, Development Project Manager bei Ecore: „Ich würde niemals eine Maschine kaufen, deren Technik ich nicht verstehe."
( Bild: Steinert )

Kunststoffe aus dem Strom mit sehr unterschiedlichen Materialien zu extrahieren, war die schwierigste Stufe im Entwicklungsprozess. Besonders das durch den Schwimm-sink-Prozess nasse Holz musste aus dem Materialstrom extrahiert werden. Hier stießen wir auf eine Lücke, die wir schließen mussten. Mit der Hilfe von Steinert wurden wir auf eine Sortiertechnik aufmerksam, die die Kunststoffe sauber vom Holz trennt.

Die Investition muss hoch gewesen sein. Wird sie sich denn rentieren?

Neuere Fahrzeuge enthalten immer mehr Kunststoffe – somit wird die Nachfrage weiter steigen.

Die Partnerschaft von GDE und Steinert begann vor über 10 Jahren mit der Lieferung von Magnetseparationstechnik. Langjährige Zusammenarbeit ist Ihnen wichtig?

Steinert ist einer unserer wichtigsten Partner im Entwicklungsprozess. Entwicklung ist Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und der Recyclingindustrie. Partnerschaft, vereint mit dem Austausch von Wissen und Vertrauen, ist der Schlüssel zum Erfolg.

Das erklärt jedoch noch nicht, warum Ihre Wahl bei der Sortiermaschine auf Steinert fiel.

Wenn sich die Sortieraufgabe und Bedingungen ändern, muss angepasst werden und wir benötigen Service und Support vom Hersteller.

Bevor Sie die Unisort PR kauften, haben Sie sie im Test Center von Steinert geprüft. Trauten Sie der Aussage des Herstellers nicht?

Ich würde niemals eine Maschine kaufen, deren Technik ich nicht verstehe – selbst nicht mit Garantien. Da sich die Umwelt- und Marktanforderungen schnell ändern, muss die Technologie schnell darauf reagieren können. Zudem brauche ich für einen schnellen ROI verlässliche Maschinen. Die von Steinert sind robust, solide und verlässlich.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 7 Bildern

Dabei ist der größte Störfaktor das Holz, denn es verhindert eine vermarktbare Kunststoffqualität. Da Kunststoffe und Holz die gleiche Dichte haben, lassen sie sich nicht durch geläufige Schwimm-sink-Verfahren trennen. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Sortieranlagenhersteller Steinert hat GDE Recyclage, zweitgrößter Schrott-Recycler Frankreichs, eine Lösung zur Trennung der unterschiedlichen Materialien gefunden.

Infrarot trennt Holz von Kunststoff

Die Unisort PR mit Hyper Spectral Imaging (HSI) ist eine Sortieranlage mit Kameratechnik, die im Nah-Infrarot-Bereich (NIR) arbeitet. Dabei werden eine hohe örtliche und spektrale Auflösung miteinander kombiniert. Die Abbildung des kompletten Spektralbereiches für jeden Ortspunkt in Verbindung mit ausgereiften schnellen Algorithmen der Spektrometrie, ermöglicht auch die Lösung komplexer Sortieraufgaben. Durch die hohe spektrale Auflösung werden Störstoffe wie nasses Holz detektiert und können aussortiert werden.

Insgesamt vier Unisort PR erzeugen an verschiedenen Stellen des Aufbereitungsprozesses die notwendige Inputqualität für die weitere Verarbeitung. GDE verkauft die sortenreinen Kunststoffe an Kunststoffverarbeiter, die das Material wieder in die Automobilindustrie zurückführen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44423703)

Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, MM MaschinenMarkt