SCA-Hausmesse

Multimaterial-Trend braucht neue Fügemethoden

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Dünne Bleche sicher fügen

Die Klingel GmbH zeigte die Kombination von Fließlochschrauben und Kleben an der Materialkombination aus Aluminium und Stahl. Dieser hybride Fügeprozess zeichne sich durch niedrige Prozesskosten und kurze Fügezeiten aus, wobei die Konstruktionen besonders korrosionsbeständig und crashsicher sind. Und die Königsbrunner Düring Schweißtechnik GmbH hat in diesem Zusammenhang das Widerstandspunktschweißen mit einem Klebeprozess verquickt. Derartige Verbindungen verbesserten das Crashverhalten und ermöglichten auch das Fügen dünner Bleche, so Düring. Die Konstruktion könne leichter als beim reinen Schweißen werden und weise eine höhere Struktursteifigkeit auf. Zudem werden Risse verhindert, wie es weiter heißt.

Schwerpunkt Bördelfalzverbindung

Einen weiteren Fokus legte SCA diesmal auf den Prozess des Bördelrandfalzens. „Derartige Verbindungen gehören zu den anspruchsvollsten Fügeprozessen im Auto-Karosseriebau, weil der Falzbereich besonders anfällig für Korrosion ist“, erklärte Olaf Leonhardt. Gleich zwei Vorträge und drei Stationen im Innovation-Center widmeten sich diesem Thema. So stellte das schwedische Forschungsinstitut Swerea sein Projekt „FALS“ vor, dessen Ziel es ist, ein zuverlässiges Konzept für den Falzprozess von Leichbaustrukturen in Multi-Material-Bauweise zu schaffen. Swerea versuche mit virtuellen Methoden die Güte einer versiegelten Verbindung vorherzusagen. „Für versiegelte, gefalzte Verbindungen von Leichtbaustrukturen muss die Kombination aller Parameter stimmen“, betonte Per-Johan Wahlborg von Swerea. Die Klebstoffviskosität, die Geometrie und Positionierung des Klebstoffs sowie die Applikationsmethode, gelte es dabei zu berücksichtigen. Man muss außerdem Umform- und Rückfederungseffekte beim Falzprozess einkalkulieren, so Wahlborg. Denn Lufteinschlüsse beeinflussten die Festigkeit und erhöhen das Risiko von Korrosionsschäden.

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