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Ultraschall prüft die komplette Naht
„Die Klebstoffmeter im Auto nehmen zu“, bemerkt Olaf Leonhardt. Damit werde es immer wichtiger, Klebeprozesse abzusichern, denn ein ungleichmäßiger Klebstoffauftrag könne Korrosion begünstigen, so der Experte. Um solche Unregelmäßigkeiten nachzuweisen, werde die Verbindung bisher stichprobenweise nach der Aushärtung des Klebers – in der Regel nach der Lackierung – gelöst. Das sei zu spät, um während der Produktion korrigierend einzugreifen. Leonhardt bezeichnet vor diesem Hintergrund einen neuen Ansatz von General Electric (GE) als wegweisend: „Um Falz- (und andere) Fügeverbindungen per Ultraschall zerstörungsfrei zu prüfen, hat GE in Zusammenarbeit mit Volkswagen eine schnelle und flexible Lösung entwickelt, die beide Unternehmen auf der SCA-Hausmesse präsentierten. Mit der sogenannten Ultraschall-Phased-Array-Technik könne die Klebeverbindung über die gesamte Klebenaht überprüft werden. Im Innovation-Center zeigte GE, wie der Prüfkopf den gesamten Bördelfalzbereich entlanggeführt wird, während zeitgleich auf einem Bildschirm zu erkennen ist, in welchen Bereichen Klebstoff fehlt, so Leonhardt.
VW setzt auf die neue Prüfmethode
Wie Volkswagen berechnet hat, spart die Ultraschall-Falzklebeprüfung, die mit einem adaptiven, flexiblen Prüfkopf arbeitet, am Beispiel einer Fahrzeugtür jährlich beispielsweise 30.000 Euro an Schrottkosten für Prüfteile und weitere 40.000 Euro für die entfallende Farbeindringprüfung ein. Das neue Verfahren soll im Juni seine Serienprüfung im VW-Werk Mosel absolvieren.
„Die Nachfrage nach innovativen Lösungen für das Fügen von Multi-Material-Design wird weiter wachsen“, ist sich SCA-Chef Leonhardt sicher. SCA werde deshalb im kommenden Jahr sein Innovation-Center um einen eigenen Schwerpunkt für Hybridfügetechnologien erweitern.
MM
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