Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Schunk Expert Days on Service Robotics

Multinationale Denkfabrik der Servicerobotik

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Henrik A. Schunk eröffnete gemeinsam mit NAO die zehnten Schunk Expert Days on Service Robotics. Der humanoide Roboter gab dem oft verwendeten Begriff Big Data ein Gesicht und wurde damit zur thematischen Leitfigur der Expertentage.
Henrik A. Schunk eröffnete gemeinsam mit NAO die zehnten Schunk Expert Days on Service Robotics. Der humanoide Roboter gab dem oft verwendeten Begriff Big Data ein Gesicht und wurde damit zur thematischen Leitfigur der Expertentage. (Bild: Schunk)

Bei den Schunk Expert Days on Service Robotics wurden drei Dinge deutlich: es gibt mehr Schnittmengen zwischen Industrierobotern, Transportsystemen und smarten Assistenten, die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten und die Kooperationsbereitschaft steigt.

Knapp 60 cm groß war der Top-Speaker, den der geschäftsführende Gesellschafter/CEO Henrik A. Schunk zum Auftakt der Schunk Expert Days auf der Bühne begrüßte: NAO heißt der hochentwickelte, humanoide Roboter, der über 25 Freiheitsgrade verfügt und Hände, Arme, Beine, Kopf und Rumpf beinahe wie ein Mensch bewegen kann. Was auf den ersten Blick wie ein Spielzeug für Technologiefreaks anmutet, entpuppte sich als sympathischer Demonstrator künstlicher Intelligenz. Angebunden an IBM Watson ist NAO in der Lage, natürliche Sprache zu analysieren und selbstständig Antworten zu geben. In Hotels wird der sympathische Assistent eingesetzt, um Gästen auf spielerische Art und Weise Fragen zu beantworten. Die intelligente Technologie dahinter ist in der Lage, systematisch Texte zu analysieren, gezielte Fragestellungen abzugleichen und die Ergebnisse komprimiert wiederzugeben. Über Visual Recognition Tools können zudem Gesichter, aber auch Gegenstände erkannt und auf spezifische Merkmale analysiert werden.

Player der Servicerobotik-Community

Einmal mehr ist Schunk gelungen, wichtige Player der Servicerobotik-Community unter einem Dach zu vereinen. Die Rednerliste reichte von Key Note Speaker Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl vom Fraunhofer-IPA, Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin, dem Gewinner des Deutschen Zukunftspreises 2017, sowie Prof. Dr. Torsten Kröger vom KIT bis zu Melonee Wise von Fetch Robotics (USA), Prof. Jiping He vom Beijing Institute of Technology (China) und Dr. Minas Liarokapis von New Dexterity, einem Forschungsinstitut für Robotik und Bionik an der Universität Auckland (Neuseeland). Durch die Veranstaltung führten Martin Hägele vom Fraunhofer-IPA und Dr. Claus Risager von Blue Ocean Robotics.

Bedeutung von Kooperationen für die Zukunft

In seiner Keynote machte Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl vom Fraunhofer-IPA am Beispiel der ARENA 2036 deutlich, wie wichtig die Kooperation der unterschiedlichen Disziplinen künftig sein wird, um die komplexen Aufgabenstellungen der Produktion von morgen zu lösen. Als führende Forschungsplattform für Mobilität in Deutschland hat sich ARENA 2036 zum Ziel gesetzt, die gesamte Wertschöpfungskette der in Zukunft volldigitalisierten Fahrzeuge neu zu denken und umzusetzen. Über 30 Partner, vom Zulieferer über IT-Dienstleister bis hin zum Automobilhersteller und verschiedenen Forschungseinrichtungen, arbeiten gemeinsam an den Themenwelten Mobilität, Produktion, Arbeit und Digitalisierung. Themen sind unter anderem die Nutzung von Schwarmintelligenz in der Intralogistik, der Einsatz mobiler Plattformen zur Bestückung von Maschinen, aber auch die Substitution von Materialfluss durch Informationsfluss. Dazu zähle auch, die Prozesskomplexität dorthin zu verlagern, wo sie am effizientesten gehandelt werden kann, so Bauernhansl. Vor allem Open Source Communities, wie das Software-Framework ROS, digitale Zwillinge oder deren Vorstufe, die digitalen Schatten, aber auch der Einsatz von Systemen für Data Analytics seien wichtige Enabler neuartiger Produktionsszenarien.

Autonomes Lernen von Greif- und Handhabungssysteme

Den Weg hin zu autonom operierenden Greifern und Handlingsystemen beschrieben unter anderem Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin, Prof. Jiping He, Dr. Minas Liarokapis und Prof. Dr. Torsten Kröger. Immer wieder ging es dabei auch um ein autonomes Lernen der Greif- und Handhabungssysteme, so dass diese in die Lage versetzt werden, Gegenstände selbständig zu greifen und exakt zu positionieren. Vor allem der Bereich der Intralogistik erlebt derzeit einen Boom der Servicerobotik und arbeitet intensiv an intelligenten Lösungen. So verdeutlichten die Vorträge von Magazino, DHL, Robert Bosch Startup und Fetch Robotics, wie die Effizienz in großen Warenlagern mithilfe autonomer Transportplattformen und Cloudsystemen erhöht werden kann und wie der Entwicklungsprozess von der Idee zum marktreifen kollaborierenden System gelingt.

Virtuelle Assistenten und Exoskelette

Yvonne Straube von BMW gab einen Einblick in die Forschungsaktivitäten des Automobilherstellers, die vom Einsatz virtueller Assistenten und Exoskelette bis hin zum Einsatz von Robotern als handgeführte Werkzeuge reichen. Ähnlich wie im Vortrag von Søren Peter Johansen vom Danish Technological Institute wurde auch bei BMW deutlich, dass die Servicerobotik in Zukunft ein höchst effektiver Weg sein wird, um den Mensch in der Produktion beispielsweise beim Teilehandling oder bei Montageaufgaben zu unterstützen und zu entlasten, ohne ihn zu ersetzen. Im Gegenteil: Roboter sichern und schaffen sogar Arbeitsplätze, da Prozesse wesentlich effizienter gestaltet werden können. So gebe es nach Aussagen von Søren Peter Johansen in Dänemark mittlerweile eine regelrechte bottom-up-Bewegung: Werker, die die Vorteile kollaborierender Systeme erkannt haben, fordern deren Einführung, statt sie aus unbegründeten Ängsten heraus abzulehnen.

Ethische Verantwortung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik

Dass die großen Technologieanbieter sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind, zeigte auch Dr. Bernd Liepert, Innovationschef bei Kuka. Neben einem Überblick über die Trends der Robotik ging er in seinem Referat vor allem auch auf die sozialen und ethischen Aspekte von Hochtechnologie und Robotik sowie auf die Verantwortung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ein. Angesichts der rasanten Entwicklung bei intelligenten und autonomen Systemen appellierte er für einen einheitlichen Ordnungsrahmen, eine sogenannte Robotic Governance, mit der Fehlentwicklungen und Risiken in Zusammenhang mit dem Einsatz autonom operierender Systems verhindert werden sollen.

Im kommenden Jahr werden die Schunk Expert Days in Service Robotics erstmals außerhalb Deutschlands, nämlich in Dänemark stattfinden: 27./28. Februar 2019, Odense/Dänemark

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45181668 / Montage/Handhabung/Robotik)

Themen-Newsletter Automatisierung abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Der zerspanende Roboter auf dem Prüfstand

Zerspanende Roboter

Der zerspanende Roboter auf dem Prüfstand

07.12.18 - Sie sind günstiger geworden, genauer und auch steifer. Roboter bieten bereits jetzt in gewissen Industriebereichen gute Einsatzmöglichkeiten, so auch in der Zerspanung. Auf dem Technologietag „Zerspanen mit Robotern“ diskutieren Industrie und Forschung im Zweijahresrhythmus über die Entwicklung auf diesem Gebiet. lesen

Deutschlands KI-Vorreiter auf einen Blick

Künstliche Intelligenz

Deutschlands KI-Vorreiter auf einen Blick

04.12.18 - Deutschland soll Technologieführer für Künstliche Intelligenz (KI) werden, so das Ziel der Bundesregierung. Wo in Deutschland KI-Anwendungen entwickelt und angewendet werden, zeigt eine KI-Landkarte. lesen

Cobots machen 3D-Druck konkurrenzfähig

Additive Fertigung trifft Robotik

Cobots machen 3D-Druck konkurrenzfähig

06.12.18 - Voodoo Manufacturing betreibt inmitten von Brooklyn eine 1700 m2 große 3D-Drucker-Farm mit über 160 Geräten. Um noch effizienter zu werden, übernimmt ein mobiler, kollaborativer Roboter von Universal Robots das Be- und Entladen der Druckplatten. lesen