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FVA

Netzwerktreffen der Antriebstechnik

| Redakteur: Robert Horn

Dr. Burkhard Pinnekamp, Leiter Zentrale Technik, Renk AG und stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der FVA
Dr. Burkhard Pinnekamp, Leiter Zentrale Technik, Renk AG und stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der FVA (Bild: JuergenMai.de/FVA)

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Ende November traf sich die Forschungsvereinigung Antriebstechnik zum jährlichen Treffen. Im Jubiläumsjahr unterstützte die FVA so viele Forschungsprojekte wie noch nie in ihrer 50-jährigen Geschichte.

Rund 560 Teilnehmer kamen am 29. und 30. November nach Würzburg zur jährlichen Informationsveranstaltung der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA), um sich über den aktuellen Stand der Forschung zu informieren und das 50-jährige Jubiläum der FVA zu feiern. Die FVA hat in den 50 Jahren seit ihrer Gründung 1967 einen wichtigen Beitrag zur Innovationsfähigkeit der deutschen Antriebstechnik in Industrie und Wissenschaft geleistet. Tausende junger Nachwuchswissenschaftler wurden mithilfe von FVA-Projekten für die Zukunft in Industrie und Wissenschaft ausgebildet und rund 1700 Forschungsprojekte in der Antriebstechnik durchgeführt.

Gemeinschaftsforschung bringt Antriebstechnik an die Weltspitze

Die gemeinschaftliche Forschung von Industrie und Wissenschaft macht Deutschland zum führenden Innovationsstandort der Antriebstechnik und bildet die Basis für die Technologieführerschaft und den weltweiten Markterfolg der Antriebstechnik aus Deutschland. Dr. Burkhard Pinnekamp, Leiter Zentrale Technik, Renk AG und stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der FVA betonte in seiner Eröffnungsrede die Verdienste der FVA für die Branche: „In den vergangenen 50 Jahren hat die FVA für ihre Mitglieder und die ganze Antriebstechnikbranche durch ihre gemeinschaftliche Forschung und ihr weltweit einzigartiges Netzwerk Hervorragendes geleistet. Sie hat einen wichtigen Anteil an der weltweiten Spitzenstellung der Antriebstechnik ‚Made in Gemany‘.“

Nicht nur die Branche als Ganzes, sondern jedes einzelne der aktuell 210 überwiegend mittelständischen Mitgliedsunternehmen profitiert von der Arbeit der FVA: „Durch die vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschung führt die FVA einen Stand der Forschung herbei, der die Arbeitsgrundlage für die Entwickler in den Unternehmen ist. Die FVA schafft so die Basis, auf der die Industrie zuverlässig aufsetzen kann und befördert damit die Innovation in den Unternehmen. Sie ist der Antrieb für den Fortschritt, der die einzelnen Unternehmen und die gesamte Branche voranbringt“, sagte der FVA-Vorsitzende Dr. Arbogast Grunau, Senior Vice President Corporate R & D Competence and Services der Schaeffler AG auf der Informationsveranstaltung der FVA.

Rekordförderung im Jubiläumsjahr – 1700 Forschungsprojekte in 50 Jahren

2017 war ein außerordentlich erfolgreiches Jahr für die FVA. In ihrem Jubiläumsjahr hat die FVA eine Gesamtsumme in Höhe von rund 14,3 Millionen Euro in die Forschung investiert (2016 12,7 Millionen Euro) und damit 262 laufende Projekte betreut – so viele wie noch nie. 2017 wurden 46 Projekte der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. und 23 FVA-Eigenmittel-Projekte gestartet. Seit ihrer Gründung 1967 realisierte die FVA rund 1700 Projekte für die Antriebstechnik mit einem finanziellen Volumen von mehr als 230 Millionen Euro.

Gut aufgestellt für die Zukunft: stärker, flexibler, schneller

Auf der Informationsveranstaltung informierte die FVA ihre Mitglieder auch über ihre zukünftige Ausrichtung und Strategie. Im Kern geht es darum, wichtige Themen und Trends rechtzeitig zu erkennen und die richtigen Forschungsprojekte in eine effiziente Umsetzung zu bringen, also wissenschaftliche Problemstellungen zu lösen und dafür zu sorgen, dass die Forschungsergebnisse in der täglichen Arbeitspraxis in der Mitgliedsfirma angewandt werden können. „Nutzengenerierung für unsere Mitglieder ist die Maxime unseres Handelns. Wir wollen in Zukunft noch stärker, flexibler und schneller werden.

Dazu müssen Projekte schneller ausgewählt, die Bewertungsparameter neu justiert und die Mittel anders verteilt werden. Ein erster Schritt sind die neu konstituierten Fachbeiräte. In kleineren Gruppen erreichen wir hierdurch mehr Intensität im Diskussionsprozess und gleichzeitig eine höhere Geschwindigkeit. Mit einem neuen Bewertungsschema erleichtern und objektivieren wir die Projektauswahl nach strategischen Parametern. Wir befinden uns am Anfang eines Veränderungsprozesses, der von unseren Werten geleitet ist: Wir wollen kraftvoll, verbindend und nutzengenerierend sein“, so Hartmut Rauen, Geschäftsführer der FVA.

Auch der Wissenstransfer – eine Hauptaufgabe der FVA – soll weiter verbessert und beschleunigt werden. Die Wissens- und Kommunikationsplattform der FVA, Themis, und die Berechnungs- und Simulationsplattform für Getriebe, FVA-Workbench, werden forciert weiterentwickelt. Auf der Tagung konnten die Teilnehmer die kürzlich veröffentlichte Version 4.6 der Workbench sowie einen Preview auf das Release 5.0 live erleben. Die wichtigsten neuen Features sind ein leistungsfähiges Reporting mit interaktiven Grafiken, die Integration von FE-Strukturen in die Workbench, Berechnungen von Radialgleitlagern und Axialgleitlagern nach aktuellem Stand der Forschung mit dem Rechenkern COMBROS, die REXXSchnittstelle für den standardisierten Austausch von Getriebedaten.

Netzwerktreffen der Antriebstechnik – Spitzenforschung am Puls der Zeit

Auf dem Jahrestreffen der FVA präsentierten Forscher aus Wissenschaft und Industrie ihre aktuellen Forschungsprojekte. In 49 Fachvorträgen gaben sie einen Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung und Entwicklung in der Antriebstechnik und zeigten zukünftige Herausforderungen auf. Digitalisierung, Industrie 4.0 und der elektrifizierte Antriebsstrang sind die Trendthemen.

Dr. Tobias Löscheter Horst, Leiter Konzernforschung Antriebs- und Energiesysteme der Volkswagen AG, beschreibt die zukünftigen Aufgaben aus der Sicht des PKW-Herstellers: „Die größte Herausforderung für die Antriebstechnik stellt die Gestaltung des Transformationsprozesses hin zu einer nachhaltigen und CO2-neutralen Mobilität dar. Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter entlang der gesamten Wertschöpfungskette hierbei mitzunehmen, ist eine der wichtigsten Aufgaben für alle Bereich der Industrie, aber auch der Politik und der Gesellschaft.“

Hans-Winter-Preis für Spitzenforschung

Ein Highlight der Veranstaltung war die 17. Vergabe des jährlichen Hans-Winter-Preises für Spitzenforschung im Bereich der Antriebstechnik. Der renommierte Preis für Nachwuchswissenschaftler ging in diesem Jahr an Dipl.-Ing. Mehmet-Ozan Özel vom Institut für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau (IWM) an der RWTH Aachen. Er überzeugte die Jury mit seiner Arbeit zum besseren Verständnis von White Etching Areas (WEA) und White Etching Cracks (WEC) und erhielt hierfür ein Preisgeld von 3000 Euro.

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