CAD/CAM-Software Neue Tebis-Version sorgt für weitere Automatisierung

Redakteur: Stefanie Michel

Tebis hat Anfang Dezember 2020 die Version 4.1 seines CAD/CAM-Komplettsystems vorgestellt. Es bietet alle Voraussetzungen für die Automatisierung der gesamten Fertigungsprozesskette.

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Tebis 4.1 basiert auf einem parametrisch-assoziative System.
Tebis 4.1 basiert auf einem parametrisch-assoziative System.
(Bild: Tebis)

Mit Tebis 4.1 steht seit Dezemebr 2020 ein durchgängig parametrisch-assoziatives CAD/CAM-Komplettsystem bereit, mit dem sich Aufgaben in Konstruktion, Fertigungsaufbereitung und CAM-Programmierung teilweise automatisiert in einem einzigen System erledigen lassen.

Die komplett neu entwickelte Systembasis ist speziell auf die Anforderungen der Einzelteil- und Kleinserienfertigung abgestimmt, in der enge Liefertermine, häufige Bauteiländerungen, eine hohe Variantenvielfalt und unterschiedliche Datenqualitäten den Alltag bestimmen. Deshalb unterscheidet Tebis nicht zwischen Flächen sowie offenen und geschlossenen Solids. Alle Objekte können miteinander verschnitten werden, ohne dass dies zu Fehlermeldungen führt. Tebis berechnet immer ein Ergebnis – selbst bei vorhandenen Lücken in der Flächentopologie.

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Benutzerführung orientiert sich am CAD/CAM-Prozess

In Zusammenarbeit mit Tebis-Anwendern wurde die Benutzerführung verbessert. Sie orientiert sich konsequent an der logischen Vorgehensweise von CAD-Konstrukteuren und CAM-Programmierern. Mit dem überarbeiteten Strukturbaum sollen Anwender stets den Überblick behalten: Im CAD-Knoten sichten sie CAD-Elemente und passen die konstruierten Objekte auf Basis der Entstehungshistorie an. Analog dazu enthält der CAM-Knoten des Baums den Arbeitsplan.

Mit dem Arbeitsplan und der Tebis-NC-Job-Technik erzeugen und verwalten CAM-Programmierer alle NC-Programme für sämtliche Technologien, die zur Fertigung eines Bauteils benötigt werden – vom Fräsen übers Drehen bis zum Härten. Der Arbeitsplan bildet den kompletten Herstellungsprozess mit klar strukturierten Bedienabfolgen ab und leitet logisch durch die CAM-Programmierung.

Außerdem ist die Benutzeroberfläche individuell konfigurierbar und somit genau an spezielle Aufgaben und Bedürfnisse anpassbar. Diese Konfigurationen lassen sich auch für unternehmensweite Standards als Vorlage nutzen.

Grundlage für die Automatisierung der Fertigung

Tebis 4.1 bietet alle wesentlichen Voraussetzungen für die sichere und mannarme Produktion in der Maschinenhalle und damit für die Automatisierung der gesamten Fertigungsprozesse. So ist die MES-Software Proleis, mit der sich auch komplexe Fertigungsprojekte automatisiert planen, steuern und durchführen lassen, vollständig angebunden. Die MES-Software lässt sich als Integrationsplattform mit vor- und nachgeschalteten Systemen wie PDM-, ERP- und Maschinen-Leitsystemen kombinieren.

Zudem wurden die virtuellen Prozessbibliotheken, in denen sämtliche realen fertigungsrelevanten Komponenten als digitale Zwillinge abgebildet sind, um eine Spannmittelbibliothek ergänzt. Mit dieser lassen sich Spannelemente und Spannmittelgruppen anlegen und verwalten sowie die Maschine virtuell rüsten. Alle relevanten Informationen werden mit der NC-Dokumentation an den Rüstverantwortlichen übergeben.

Ebenso sind alle Messaufgaben in den Fertigungsprozess integriert. So lässt sich direkt im CAM-System prüfen, ob das Bauteil korrekt aufgespannt sowie das Rohteil richtig dimensioniert und orientiert ist. Dies verkürzt Rüst- und Bearbeitungszeiten, erhöht die Bauteilqualität und verringert die Nachbesserungen.

Für mehr Sicherheit sorgt auch die vollständige Berücksichtigung des Maschinenkopfs bei der Kollisionsprüfung während der NC-Berechnung. Bei möglichen Kollisionen mit dem Maschinenkopf werden die betroffenen Bereiche automatisch verkleinert oder von der Bearbeitung ausgeschlossen. Auch hier gilt: Bei der Prüfung wird keine Ersatzgeometrie, sondern die reale Kopfgeometrie herangezogen.