Hochtemperatur-Kunststoff Neuer Kunststoff hält Dauerhitze von 300 °C stand

Redakteur: Peter Königsreuther

ECCtreme ECA ist eine neue Familie von aus der Schmelzeverarbeitbaren Hochtemperatur-Perfluorkunststoffe (HTP) von DuPont, wie das Unternehmen Chemours Deutschland mitteilt. Ganz neue Einsatzmöglichkeiten soll dieses Hochleistungs-Polymer ins Feld führen.

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Typische Anwendungen der neuen ECCtreme ECA von DuPont sind Formteile, Rohre, Schläuche, Ummantelungen und Auskleidungen für thermisch und chemisch hoch anspruchsvolle Umgebungsbedingungen, wie es heißt.
Typische Anwendungen der neuen ECCtreme ECA von DuPont sind Formteile, Rohre, Schläuche, Ummantelungen und Auskleidungen für thermisch und chemisch hoch anspruchsvolle Umgebungsbedingungen, wie es heißt.
(Bild: DuPont)

ECCtreme ECA verträgt im Dauereinsatz eine Maximaltemperatur von 300 °C, so Chemours. Mit diesem Wert weise es die bisher üblichen Perflourkunststoffe mit ihrer höchstens bis 260 °C veranschlagten Dauergebrauchstemperatur auf ihre Plätze. Das Material wird auch als neue Werkstoffklasse bezeichnet und bietet außer der hohen Temperaturstabilität alle bekannten Vorteile von Perflourkunststoffen, wie es weiter heißt: Gute Chemikalien- und Permeationsbeständigkeit, sehr gute dielektrische Eigenschaften und niedriger Reibwert.

Der höchste RTI-Wert

Wie es weiter heißt, hat UL das ECCtreme ECA nach umfangreichen mechanischen, elektrischen und Brandtests bei Dicken ab 0,75 mm und darüber, in die Brennbarkeitsklasse V-0 eingeordnet sowie elektrische und mechanische RTI-Werte von 300 °C bestätigt (RTI = Relativer Temperaturindex nach UL 746B als Maß für die thermische Alterungsbeständigkeit bei erhöhter Temperatur). Dies sei der höchste RTI-Wert aller in der UL-Datenbank (UL Component File E54681) verzeichneten Kunststoffe.

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Bunter Reigen von Anwendungen

Dem entsprechend gehörten Formteile, Rohre und Schläuche sowie Ummantelungen von Kabeln, Leitungen und Sensoren für sehr raue Umgebungsbedingungen zu den bevorzugten Anwendungsmöglichkeiten von ECCtreme ECA. Beispiele für Anwendungsmöglichkeiten in der chemischen Industrie sind Rohr-, Schlauch- und Kesselauskleidungen, Ventilsitze und Ventilschaftpackungen sowie Auskleidungen von Ventilen, Fittingen, Pumpen,

Durchflussmessern und Wärmetauschern. Zu den weiteren möglichen Anwendungen gehören laut Anbieter auch die Gewinnung von Erdwärme, die Energieerzeugung, die Halbleiterfertigung, die Öl- und Gasindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt. Anwendungen in der Automobilindustrie schließen Kabelführungen und Schutzschläuche für Lambdasonden und Abgassensoren ein, die meist in kleinsten Bauräumen untergebracht und daher sehr hohen Einsatztemperaturen ausgesetzt sind.

Mit üblicher Technik verarbeitbar

Die neuen ECCtreme ECA Perfluorkunststoffe können auf den gleichen Maschinen und mit der gleichen Produktivität extrudiert, gepresst oder spritzgegossen werden wie die entsprechenden Perfluorkunststoff-Standardtypen. Ihre herausragenden Eigenschaften resultierten aus einer der Verarbeitung nachgeschalteten, mehrtägigen Wärmebehandlung bei einer Temperatur von rund 300 °C, die idealerweise vor Ort erfolgen solle.

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