Röntgenmikroskop Neues Großgerät für Leibniz Universität Hannover

Redakteur: Beate Christmann

Die Leibniz Universität Hannover gehört zu einem von sechs Hochschulstandorten, denen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein neuartiges Röntgenmikroskop bewilligt hat. Das 1,8 Mio. Euro teure Großgerät wird ab Ende des Jahres im Institut für Werkstoffkunde (IW) vorzufinden sein und auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

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Einbau eines Lautsprechers zur Untersuchung im Röntgenmikroskop der Firma Carl Zeiss, das Ende 2016 auch im Institut für Werkstoffkunde (IW) der Leibniz Universität Hannover stehen wird.
Einbau eines Lautsprechers zur Untersuchung im Röntgenmikroskop der Firma Carl Zeiss, das Ende 2016 auch im Institut für Werkstoffkunde (IW) der Leibniz Universität Hannover stehen wird.
(Bild: Carl Zeiss)

Es war eine freudige Nachricht für das Institut für Werkstoffkunde (IW) der Leibniz Universität Hannover. Bis zum Ende des Jahres wird die Forschungseinrichtung ein neues Großgerät erhalten: ein 1,8 Mio. Euro teures neuartiges Röntgenmikroskop. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Anträge von sechs deutschen Hochschulstandorten mit dieser Zuteilung bedacht.

Die neuen Geräte erlauben es den Wissenschaftlern, Materialeigenschaften mit Röntgenstrahlen ähnlich wie in Computertomografie-Verfahren (CT) zu untersuchen, allerdings mit sehr viel mehr Möglichkeiten. Mit den Mikroskopen gelingt die Korrelation physikalischer Eigenschaften mit dem Gefüge auf Submikrometerskala etwa durch Betrachtung der Korngrößenverteilung, der Textur oder der Verteilung der im Material enthaltenen unterschiedlichen Phasen. Diese Informationen sollen für die hocheffiziente Materialentwicklung genutzt werden.

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Gerät soll Forschungsbereich Umformtechnik vorantreiben

Professor Hans Jürgen Maier, Leiter des IW, freut sich insbesondere auch auf die neuen Analysemöglichkeiten, die das Röntgenmikroskop für den Sonderforschungsbereich Tailored Forming bedeuten. Der Sonderforschungsbereich ist seit Mitte 2015 am benachbarten Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität angesiedelt und das gemeinsame Ziel ist es, unterschiedliche Werkstoffe zuerst stoffschlüssig zu fügen und sie dann gemeinsam umzuformen. „Diese Fügezonen zu verstehen und zu beeinflussen ist höchst anspruchsvoll: Bislang müssen Proben metallographisch sehr aufwändig präpariert werden, um sie dann zu untersuchen“, erläutert Prof. Maier. Der Wissenschaftler weiter: „Das Röntgenmikroskop wird es erlauben, Proben schnell und mit geringem Präparationsaufwand zu untersuchen, um detaillierte Informationen über den Verbund der verschiedenen Werkstoffe zu bekommen.“

Die Geräte sollen bis Ende des Jahres an den Standorten stehen. Ein Fünftel der Nutzungsdauer wird externen Einrichtungen zur Verfügung stehen. Der Gerätehersteller Carl Zeiss und die sechs Einrichtungen – darunter Institute mit physikalischem, chemischem oder Bionanotechnologie-Schwerpunkt – stehen in engem Austausch.

Großgeräteinitiative der DFG

Mit ihrer Großgeräteinitiative Röntgenographisches Hochdurchsatzscreening für die Materialentwicklung will die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) diese Technik nach eigenen Worten „durch exemplarische Installation an einigen wenigen, aber wissenschaftlich hochrangigen Standorten an deutschen Hochschulen und mit ihnen kooperierenden außeruniversitären Einrichtungen verfügbar machen. Auf diese Weise soll die Grundlage für neue Methoden in der Materialentwicklung im Sinne des Integrated Computational Materials Engineering gelegt sowie eine gerätetechnische Weiterentwicklung gefördert werden.“

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