Offshore-Windenergie Nordex stellt erste Offshore-Windkraftanlage vor

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex begibt sich auf hohe See. Auf der Hannover-Messe 2011 hat das Unternehmen erstmals die Anlage N150/6000 für Offshore-Windparks der Öffentlichkeit präsentiert.

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Thomas Karst, Thomas Richterich und Heinz-Michael Fahrig stellten auf der Hannover-Messe 2011 die neue Offshore-Windkraftanlage von Nordex vor. Bild: Itasse
Thomas Karst, Thomas Richterich und Heinz-Michael Fahrig stellten auf der Hannover-Messe 2011 die neue Offshore-Windkraftanlage von Nordex vor. Bild: Itasse
( Archiv: Vogel Business Media )

Grund für die Neuentwicklung ist das rasante Wachstum, dass der Markt für Offshore-Windenergie erwarten lässt, wie der Nordex-Vorstandsvorsitzende Thomas Richterich auf der Messe erläuterte. Er sieht ein Wachstum des Weltmarktes von druchschnittlich 19,6% pro Jahr bis 2020, beim europäischen Markt geht er sogar von 34,1% Wachstumsrate bis 2016 aus. Derzeitige Engpässe für diese Energieform würden in Kürze beseitigt.

Überlegene Offshore-Windkraftanlage N150/6000

„Um den Markt zu erschließen, brauchen Sie drei Dinge: Ein überlegenes Produkt, ein erfahrenes Management-Team und eine Beteiligung an der Projektentwicklung“ sagte Richterich weiter. Die Überlegenheit der N150/6000, einer Windkraftanlage mit Direktantrieb, 6 MW Nennleistung und 150 m Rotordurchmesser, sieht er als gegeben an. Ein erster Prototyp werde 2012 onshore und 2013 offshore errichtet.

Das Management-Team hat Nordex aus Experten mit Offshore-Windkrafterfahrung auch aus anderen Unternehmen bnach eigenen Angaben bereits im Wesentlichen zusammengestellt. Für die Projektentwicklung schließlich hat sich der Windkraftanlagenhersteller mit knapp 40% am Windparkprojekt Arcadis Ost1 beteiligt. Nördlich von Rügen sollen dort bis zu 70 Windturbinen in den Jahren 2014 und 2015 installiert werden.

Neue Generation von Turbinen für Offshore-Windkraftanlagen

Die technischen Entwicklungen erläuterte Thomas Karst, CEO der Sparte Offshore bei Nordex. „Die erste Generation der Windturbinen hatte eine Energieproduktion von nur 2 bis 3 MW pro Turbine“, sagte er. Die zweite Generation mit 5 bis 6 MW pro Offshore-Turbine sei relativ schwer und der Rotor sei zu klein. „Unsere Effizienz-Generation mit Direktantrieb hat einen großen Rotor, eine geringe Masse an der Turmspitze und eine höhere Lebensdauer“, so Karst.

Für den Direktantrieb habe sich Nordex entschieden, weil er im Vergleich zum Getriebe weniger bewegliche Teile enthalte und deshalb das Ausfallrisiko geringer sei. Das geringere Gewicht an der Turmspitze vereinfache zudem den Aufbau und verringere die Anforderungen an das Fundament sowie an die Logistik.

Optimale Größe für Offshore-Windkraftanlagen

„Die 6-MW-Turbine ist die optimale Größe für künftige Offshore-Windkraftanlagen“, sagte Heinz-Michael Fahrig, verantwortlicher Produktmanager bei Nordex. Eine hohe Effizienz bei Offshore-Windkraftanlagen sei mit dem großen Rotordurchmesser zu erreichen. Das Gewicht der Rotorflügel konnte durch Leichtbau mit einem CFK-Kern um 30% gesenkt werden. Die Windkraftanlage ist laut Fahrig für extreme Windbedingungen in der Nordsee ausgelegt: „Eine Windgeschwindigkeit bis 11 m/s wird dieser Anlage nichts anhaben.“

Nordex auf der Hannover-Messe 2011: Halle 27, Stand L23

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