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Cloud Computing NSA-Skandal bestärkt Zweifel an Datensicherheit in der Cloud

Redakteur: Claudia Otto

Cloud Computing ist in aller Munde – auch im Zusammenhang mit Industry 4.0. Dennoch stehen viele Unternehmen der Cloud kritisch gegenüber. Unsicherheiten bezüglich Datenschutz und Compliance lassen viele Firmen vor dem Auslagern von Daten zurückschrecken. Genaue Regelungen sorgen für mehr Vertrauen.

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„Die Nutzer müssen den Provider detailliert zur Einhaltung des Datenschutzes verpflichten“, sagt PWC-Rechtsexperte, Dr. Jan-Peter Ohrtmann.
„Die Nutzer müssen den Provider detailliert zur Einhaltung des Datenschutzes verpflichten“, sagt PWC-Rechtsexperte, Dr. Jan-Peter Ohrtmann.
(Bild: Otto)

Es findet ein Paradigmenwechsel von einer Computer-zentrierten Welt zu einer Welt, in der viele Computer mit vielen Clouds vernetzt sind, statt“, so Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Ten Hompel hat sich als Wegbereiter des Internet der Dinge einen Namen gemacht.

Jedes zweite Unternehmen sieht in der Cloud ein hohes Sicherheitsrisiko

Doch vor allem der deutsche Mittelstand hält sich gegenüber der Verlockung „Cloud“ bedeckt, wie Heinz-Paul Bonn, Vorstandsvorsitzender der GUS Group, meint. Gründe seien die Angst vor der Abhängigkeit von einem Provider, vor Kontrollverlust sowie die Angst vor Datenklau und Ausspähung. Insbesondere die NSA-Affäre hat die Unternehmen verunsichert, wie die Studie „Wirtschaftskriminalität und Unternehmenskultur 2013“ von PWC und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg belegt. So stuften vor der Überwachungs- und Spionageaffäre nur 6 % der Unternehmen das Risiko, bei der Nutzung der Cloud-Technologie durch Betrug und Missbrauch geschädigt zu werden, als sehr hoch ein.

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Laut einer Zusatzbefragung von 250 Unternehmen im September 2013 sind es nun schon 22 %. Insgesamt sieht sogar jedes zweite Unternehmen (54 %) in der Cloud-Technologie ein hohes Sicherheitsrisiko für seine Daten. Einen gewissen Schutz vor Ausspähung bietet die Verschlüsselung der Daten in der Cloud. Aufgrund der Enthüllungen von Edward Snowden erwägen 16 % eine Verschlüsselung. Eine Erweiterung ihrer Nutzung oder eine Einführung von Cloud Computing erwägen nur noch 17 %.

Worauf Nutzer bei der Gestaltung von Verträgen achten sollten

„Probleme können beim Cloud Computing daraus entstehen, dass es noch keine allgemein verbindlichen Standards gibt“, sagt PWC-Rechtsexperte Dr. Jan-Peter Ohrtmann. Um Unklarheiten vorzubeugen, sollten Leistungen und Verpflichtungen in den Verträgen zwischen Provider und Nutzer deshalb exakt definiert sein.

Fragen, die es durch genaue Vertragsbedingungen zu klären gilt, sind laut Ohrtmann: Wie weit reichen die Rechte für die Nutzung einer Software? Sind sie übertragbar, erfassen sie auch die Nutzung im Cloud-Computing-Umfeld? Als großer Vorteil von Cloud Computing gilt der Abbau von fixen Kosten, weil Unternehmen nur bei Bedarf die Dienstleistungen in Anspruch nehmen. „In der Realität ist diese Flexibilität nicht immer in den Nutzungsbedingungen abgebildet“, warnt der Rechtsexperte. Daher sollten Nutzer die Verträge auf die Eignung für ihre Zwecke prüfen.

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