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Spanntechnik Nullpunktspannsystem verkürzt Rüstzeiten

Autor / Redakteur: Marcel Häge / Rüdiger Kroh

Mit einem Nullpunktspannsystem sollten Formwerkzeuge nach dem Schruppen auf einer Fräsmaschine ohne große Rüstzeiten auf ein Mikrobearbeitungszentrum aufgespannt werden. Die Herausforderungen lagen dabei in einer niedrigen Bauhöhe bei einer Grundplatte von 140 mm x 140 mm und einer verlangten Wiederholgenauigkeit von unter 3 µm.

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(Bild: AMF)

Wenn mittelständische Unternehmen über die Produkte der Zukunft nachdenken, dann ist die Technische Hochschule Wildau ganz vorne mit dabei. Am Labor für Kunststofftechnik entstehen Prototypen und Miniserien kleiner und kleinster Kunststoffteile lange bevor sie zu Serienprodukten werden. Beim Herstellen der Formen und Werkzeuge sorgt das Nullpunktspannsystem von AMF für größtmögliche Flexibilität bei engen Toleranzen. So gelingt der Wechsel zwischen zwei Fräszentren mit hoher Genauigkeit.

Rüstvorgänge sollten optimiert werden

„Wenn wir für ein KMU einen Prototypen oder ein Vorserienteil herstellen, geht es nicht immer nur um ein zukünftiges Produkt, sondern manchmal auch um die Zukunft des Unternehmens“, erzählt Steffen Zinn von der TH Wildau. Am Labor für Kunststofftechnik von Professor Foitzik entstehen beispielsweise Produkte für den medizintechnischen Bereich genauso wie für die Zahnmedizin oder Biotechnologie. Auf einer Demag-Spritzgießmaschine sowie auf zwei Babyplast-Mikrospritzgießanlagen entstehen Prototypen und Miniserien kleiner und kleinster Kunststoffteile aus Thermoplasten, lange bevor sie zu Serienprodukten werden. Für die Herstellung der Werkzeuge und Formen, die auch dort konstruiert werden, gibt es eine generalüberholte DMG-Fräsmaschine, die mit Glasmaßstäben und einer zusätzlichen Hochgeschwindigkeitsspindel ausgestattet wurde, sowie ein Mikrobearbeitungszentrum MMP 2522 von Kern. Mit einem Nullpunktspannsystem, das sich im Wechsel auf beiden Maschinen einsetzen lässt, sollten die Rüstvorgänge optimiert werden. An die Besonderheiten des Instituts sowie an die Genauigkeit gab es dabei anspruchsvolle Anforderungen.

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Aus Ideen werden Prototypen und schließlich Serienprodukte

Jüngst hat ein mittelständisches Unternehmen Musterteile einer Projektidee herstellen lassen, die auf einer Messe gezeigt wurden. Als die Bestellungen während und nach der Messe eingehen, kann das Unternehmen das Serienwerkzeug produzieren. „Für die Herstellung des Protypenwerkzeugs und der Musterteile waren der finanzielle Einsatz und das Risiko zu hoch“, erzählt Projektkoordinator Zinn. „Gleichwohl war das medizintechnische Produkt hochinteressant und förderungswürdig. Und unser Institut hatte ein zukunftsfähiges Praxisprojekt, das einem Studierenden eine Stelle bieten konnte.“

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