Postprocessing Oechsler entpulvert mit S1 für Automobilhersteller

Redakteur: Simone Käfer

Der Kunststofftechniker Oechsler hat sich für das Postprocessing seiner additiv gefertigten Teile für eine Strahlanlage von AM Solutions entschieden. Wichtig war das Thema Serienproduktion.

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Die Strahlanlage S1 von AM Solutions ist für das Postprocessing in der Additiven Fertigung mit Kunststoffen geeignet.
Die Strahlanlage S1 von AM Solutions ist für das Postprocessing in der Additiven Fertigung mit Kunststoffen geeignet.
(Bild: Oechsler)

Die passenden Postprocessing-Verfahren zu finden, zählt immer noch zu den Herausforderung für Unternehmen, die Bauteile mit Additiver Fertigung herstellen. Das weiß Matthias Weißkopf aus eigener Erfahrung. Doch, so der Senior Vice President Global Product & Technology Development bei Oechsler: „Dieser Teil der Prozesskette, welcher lange Zeit stiefmütterlich behandelt wurde, ist mitentscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Qualität additiv gefertigter Produkte.“

Wesentliches Kriterium: Reproduzierbarkeit

Als das Unternehmen einen Auftrag eines deutschen Automobilherstellers umsetze, musste für die Nachbearbeitung der im Pulverbett entstandenen Kunststoffbauteile eine automatisierte Lösung gefunden werden. Eine Lösung, die auch den Anforderungen der Automobilindustrie gerecht wird, insbesondere an die Reproduzierbarkeit. Denn die in Lattice-Strukturen (Gitterstrukturen-Strukturen) aus einem fortschrittlichen Material gefertigten Komponenten sollten in die Serienproduktion überführt werden. „Die Entscheidung für AM Solutions fiel nach intensiven Gesprächen und Versuchen mit verschiedensten Anlagenherstellern aus dem Bereich des 3D-Postprocessings“, berichtet Weißkopf. Die von AM Solutions speziell für die Nachbearbeitung additiv hergestellter Kunststoffteile entwickelte Strahlanlage ist nach dem Plug-&-Play-Prinzip ausgeführt. Die automatisierte Bearbeitung der Komponenten erfolgt in einem rotierenden Drehkorb im Chargenbetrieb. Die Anlage übernimmt das Entpulvern und Reinigen der Bauteile.

Entscheidende Faktoren: Flexibilität und Prozesssicherheit

Ausschlaggebend beim Zuschlag für das Strahlsystem S1 war, dass die verschiedene Materialien bearbeitet werden können, beispielsweise PA, PP und TPU, sowie die Flexibilität beim Strahlen. Neben der automatisierten Bearbeitung kann die Anlage an der Steuerung einfach auf manuellen Betrieb umgestellt werden. Zeitaufwendige Umbau- oder Umrüstarbeiten entfallen. Aber auch die Ausstattungsdetails überzeugten. Dazu zählen die antistatische PU-Beschichtung von Anlage und Drehkorb sowie die Ausstattung mit Atex-konformen Motoren und Ventilen. Punkten konnte das Strahlsystem auch durch seine ergonomische Be- und Entladung. Dabei bleibt der Drehkorb in der Anlage, sodass Verunreinigungen im Umfeld weitgehend vermieden werden. Auch die automatische Überwachung und Speicherung verschiedener Prozessparameter sowie die integrierte Strahlmittelaufbereitung sind Pluspunkte. „Diese serienmäßigen Features tragen wesentlich dazu bei, die in der Automobilindustrie aber auch in anderen Branchen gestellten Anforderungen an die Sicherheit, Kosteneffizienz und Reproduzierbarkeit von Prozessen zu erfüllen und damit die Industrialisierung der Additiven Fertigung voranzutreiben“, so Weißkopf.

Für die Anwendung von Oechsler entwickelten die Projektteams beider Unternehmen gemeinsam maßgeschneiderte Prozesse. Dabei sorgte eine sehr offene und konstruktive Arbeitsatmosphäre dafür, dass dies in vergleichsweise kurzer Zeit zum Erfolg führte und die Anlage Ende August 2020 von Oechsler in Betrieb genommen werden konnte. „Wir haben mit AM Solutions – 3D Postprocessing technology einen Partner gefunden, der sich auf unsere Anforderungen eingelassen und gemeinsam mit uns eine optimale Lösung entwickelt hat. Wir sehen in dieser Partnerschaft daher viel Potenzial für zukünftige Entwicklungen“, so Weißkopf abschließend.

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