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Würth Österreich Österreich: Würth Österreich setzt auf neue Vertriebsformen

| Autor: Stéphane Itasse

Von Künzelsau in alle Welt: Der Würth-Konzern hat schon früh auf internationale Märkte gesetzt. Seit der Gründung 1962 hat sich die Landesgesellschaft in Österreich nicht nur rasant entwickelt, sie setzt auch auf neuartige Vertriebsformen, die den klassischen Außendienst ergänzen.

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Würth kommt nicht nur zum Kunden, auch die Kunden kommen zu Würth: In Wien-Inzersdorf hat die österreichische Landesgesellschaft den ersten Flagshipstore eröffnet.
Würth kommt nicht nur zum Kunden, auch die Kunden kommen zu Würth: In Wien-Inzersdorf hat die österreichische Landesgesellschaft den ersten Flagshipstore eröffnet.
(Bild: Würth)

Mit einem Umsatz von 169,0 Mio. Euro und einem Gewinn nach IFRS von 5,3 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt Würth Österreich im gesamten Konzern weltweit an fünfter Stelle unter den Auslandsgesellschaften, wie das Unternehmen mitteilt. „Mit dem Wachstum und Betriebsergebnis sind wir unter unseren Erwartungen geblieben, durch unsere relativ gute Marktdurchdringung ist unsere Abhängigkeit von der Auslastung unserer Kunden sehr groß“, erläutert Alfred Wurmbrand, Geschäftsführer der Landesgesellschaft.

Im Jahr 2015 strebt Würth Österreich nach eigenen Angaben einen Umsatz von 178,7 Mio. Euro an. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte das Unternehmen 770 Mitarbeiter, davon 432 im Außendienst. Gerade für diesen Vertrieb über den Außendienst ist der Künzelsauer Anbieter von Verbindungs- und Montagetechnik bekannt. Doch mittlerweile kommen auch andere Vertriebskanäle hinzu: So entwickelt sich in Österreich der E-Commerce-Bereich den Erwartungen entsprechend gut, berichtet die Landesgesellschaft.

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Würth setzt verstärkt auf Vertrieb über Niederlassungen

„Wir legen unseren Fokus auf Multichannel-Marketing, mit der Stärkung aller Vertriebskanäle werden wir unsere Marktposition ausbauen“, sagt Wurmbrand. Auch der Vertrieb über Niederlassungen wird verstärkt: 2015 hat das Unternehmen ein weiteres Kundenzentrum in St. Johann/Pongau eröffnet und will noch eines in Wien-Landstraße aufmachen. Zudem wurde das Kundenzentrum Wien-Inzersdorf modernisiert und von 250 auf 820 m² erweitert. In den 39 österreichischen Kundenzentren konnte 2014 ein Umsatz von 28,8 Mio. Euro erzielt werden, das entspricht einer Steigerung von 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen berichtet.

Das Kundenzentrum in Wien-Inzersdorf hat Würth gleich zu seinem ersten Flagshipstore in Österreich ausgebaut: 1,9 Mio. Euro hat das Unternehmen in die Modernisierung und Erweiterung des Standortes investiert. Mehr als 6000 Artikel des täglichen Bedarfs für Handwerker und Gewerbetreibende seien permanent verfügbar. „Die Würth-Kundenzentren tragen enorm dazu bei, unsere Position als Nahversorger auszubauen. Kunden aus Gewerbe und Handwerk können ihren kurzfristigen Bedarf in einem unserer Abholshops sofort decken“, sagt Wurmbrand.

Kunden können Elektroautos an der Stromtankstelle aufladen

Auch dem Umweltgedanken wurde beim Umbau Rechnung getragen. Mit der Errichtung der ersten Würth-Stromtankstelle direkt am Standort baut das Unternehmen nach eigenen Angaben seinen Service aus und unterstützt den Trend zu nachhaltiger Mobilität. Kunden könnten ab sofort während der Öffnungszeiten Ware abholen und gleichzeitig ihr Elektrofahrzeug an der ersten intelligenten E-Tankstelle Wien-Energie-Tanke-Karte aufladen.

Eingeweiht worden sei die Stromtankstelle von keinem Geringeren als dem Topmodell von Tesla, dem Model S mit Dualmotor-Allradantrieb. Mit 700 PS beschleunige das begehrenswerte Elektrofahrzeug von 0 auf 100 km/h in 3,4 s. Das Tesla Model S schaffe im täglichen Betrieb eine Reichweite von mehr als 400 km und werde bald durch sein Autopilotsystem sogar Teilstrecken auf der Autobahn autonom fahren können. Bei der Probefahrt überzeugte Patryk Siedlecki von Tesla Österreich den Würth-Kundenzentrumsleiter Jürgen Grünwald vom Vortrieb des umweltfreundlichen Boliden, wie es in einer Mitteilung heißt. Würth wolle das Projekt auf weitere Kundenzentren ausrollen.

Denn auch in der Fläche zeigt Würth Österreich Präsenz: Erst im April 2015 wurde in St. Johann im Pongau ein weiteres Kundenzentrum bei Salzburg eröffnet. Die zentrale Lage und eine große Zahl an Gewerbetreibenden in der Region machten den Wirtschaftsstandort St. Johann für den Spezialisten im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial attraktiv. Auf einer Verkaufsfläche von 430 m² seien mehr als 4000 Artikel für Handwerker und Gewerbetreibende sofort verfügbar, zudem könne jederzeit auf das 100.000 Artikel umfassende Sortiment zugegriffen werden, heißt es.

„Wir müssen da sein, wo unsere Kunden sind. Mit dem österreichweiten Ausbau unserer Abholshops können wir auch regional den unmittelbaren Bedarf unserer Kunden decken“, sagt Hermann Eberl, Verkaufsleiter Kundenzentren Würth Österreich. Die Erreichbarkeit eines Abholshops innerhalb von 30 min für Kunden aus Gewerbe und Handwerk sei das Leitmotiv der Expansionsstrategie von Würth. MM

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