Auch das geht ... Start-up macht aus alten Akkus von E-Scootern Industriestromspeicher

Quelle: Fraunhofer ISE 3 min Lesedauer

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Nur in Deutschland landen pro Jahr etwa eine Million leistungsfähiger Akkus eigentlich zu früh im Müll, denn oft haben noch einen Großteil ihrer Kapazität – die Chance für „EDENenergy“ ...

Was man diesem Industriestromspeicher nicht ansieht, ist, dass seine Speichermodule einst als Akkus in E-Scootern für Power sorgten. Genau 112 ausgediente, aber eigentlich noch gut funktionierende, Akkus hat das Start-up „EDENenergy“ so vor dem vorzeitigen Aus gerettet ...(Bild:  Edenenergy)
Was man diesem Industriestromspeicher nicht ansieht, ist, dass seine Speichermodule einst als Akkus in E-Scootern für Power sorgten. Genau 112 ausgediente, aber eigentlich noch gut funktionierende, Akkus hat das Start-up „EDENenergy“ so vor dem vorzeitigen Aus gerettet ...
(Bild: Edenenergy)

Das die E-Mobilität nicht automatisch nachhaltig ist, zeigt die Wegwerfementalität bei E-Bike-Akkus. Doch ehemalige Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) setzen nun auf ein System mit austauschbaren Batteriemodulen nebst flexibler Leistungselektronik, die auch heterogene Batterien effizient und sicher in stationären Speichern kombinieren kann, wie es heißt. Dazu hat man das Start-up „EDENenergy“ gegründet. Denn im Bereich Autobatterien hätten „Second Life“-Konzepte bereits gezeigt, wie wertvoll gebrauchte Energiespeicher sein könnten. Das Potenzial der Mikromobilität – also jene der Millionen von E-Bikes und E-Scootern, von denen immer mehr als Rückläufer zurückkommen – wird bisher noch nicht ausgeschöpft, wie es weiter heißt. Das Problem sind die unterschiedlichen Akku-Typen – also Bauformen, Zellversionen und Energiemanagementsysteme – die eine standardisierte Weiterverwendung erschweren. Hier setzen die Newcomer nun aber mit einer am ISE entwickelten Leistungselektronik an. Denn diese erlaube es, auch verschiedene Speicher zu koppeln, um eine Kommunikation mit verschiedenen Modulen aufzubauen – ohne dass dafür die Akkus zerlegt werden müssten. Für den Markteinstieg setzt das Start-up auf Industriespeicher mit 70 Kilowattstunden Kapazität.

Raus aus dem E-Bike, rein in die Industrie

Schon im Oktober haben sie dabei den ersten Speicher an einen Kunden ausgeliefert – ein wichtiger Meilenstein!. Mit der Speichergröße will man zunächst mittelständische Unternehmen in der Region ansprechen, die zwar eine Photovoltaikanlage, aber noch keinen Speicher haben. Auch für Stadtwerke könnten die Speicher interessant sein. Denn sie können, wie es heißt, auch zur Eigenverbrauchsoptimierung, zur Kappung von Lastspitzen oder für den Stromhandel genutzt werden. Für den ersten Industriespeicher wurden übrigens 112 ausgediente E-Scooter-Akkus – nachdem sie in einem Eingangstest auf Herz und Nieren überprüft wurden – miteinander verschaltet. Aktuell setzt „EDENenergy“ im Zuge dessen auf große Supplier (etwa Flottenbetreiber von E-Bikes und E-Scootern). Denn so könnten zunächst auch genug Batterien des gleichen Typs verwendet werden. Perspektivisch sollen mithilfe der innovativen Leistungselektronik aber egen auch verschiedene Akkus miteinander verschaltet werden können. Dafür müssen aber die Steckerverbindungen, das Batteriemanagementsystem und die Kommunikation für jeden neuen Akku angepasst werden. Vor allem bei den E-Bikes gebe es eine große Bandbreite zu meistern. Langfristig, so die Experten, sind aber auch einheitliche Kommunikationsprotokolle für Batteriespeicher und eine „Second Life“-Gesetzgebung für die Nutzung mobiler Akkus in stationären Anwendungen nötig.

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