Suchen

Industrie 4.0

Optische Datenübertragung

| Redakteur: Linda Kuhn

In der Industrie 4.0 erfordert es zuverlässige drahtlose Kommunikationslösungen mit geringer Latenz. Deshalb hat das Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI eine neue optische drahtlose Kommunikationslösung - Lifi genannt - entwickelt.

Firmen zum Thema

Das Fraunhofer HHI will zur drahtlosen Industriekommunikation statt auf Wifi zukünftig auf die optische Drahtlosübertragung (Optical Wireless Communication, OWC), auch Lifi genannt, setzen.
Das Fraunhofer HHI will zur drahtlosen Industriekommunikation statt auf Wifi zukünftig auf die optische Drahtlosübertragung (Optical Wireless Communication, OWC), auch Lifi genannt, setzen.
(Bild: Fraunhofer HHI)

Hightech-Produkte wie die Automobile von heute sind durch den Kunden immer stärker personalisierbar und erfordern eine zunehmend flexible und schnell konfigurierbare Fertigung. Um diese Flexibilität in der Fertigungszelle der Zukunft zu erreichen, muss vor allem die leitungsgebundene Industriekommunikation gegen drahtlose Technologien ersetzt werden.

Wifi ist zu unsicher

Momentan wird für diese Anwendungen zumeist Wifi eingesetzt. Dabei kann die Übertragung aber durch Wände gestört werden und ist damit ein erhöhtes Risiko für den Teil- oder auch Komplettausfall der Produktion. Daneben ist das Funkspektrum heute schon durch datenintensive Anwendungen stark belegt.

Die vom Fraunhofer HHI entwickelte optische Drahtlosübertragung (Optical Wireless Communication, OWC), auch Lifi genannt, ist eine flexible Zugangstechnologie für den Einsatz im industriellen Umfeld. Diese Technologie schafft zusätzliche Bandbreite im lizenzfrei verfügbaren und bisher ungenutzten optischen Frequenzspektrum, wo viele neue Anwendungsszenarien realisierbar sind.

Sichere Kommunikationslösung: Licht

„Licht als Kommunikationsmedium ist auf Grund der geringen Interferenzen mit den bestehenden Technologien eine faszinierende Lösung“, sagt Dominic Schulz, Projektleiter am Fraunhofer HHI. „Wir sind überzeugt, dass wir mithilfe von Lifi zahlreiche drahtlose Kommunikationsanforderungen in der Industrie effizient bedienen können.“

Lifi wird derzeit als neue mobile Zugangstechnologie vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) standardisiert, so dass es schon bald im industriellen Umfeld einsetzbar sein kann. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative „Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie“ (ZDKI) geförderten Projekts „Optical Wireless Networks for Flexible Car Manufacturing Cells“ (Owicells) untersucht und erprobt das Fraunhofer HHI gemeinsam mit den Firmen BMW, Evopro und Osram neuartige Konzepte, die den Einsatz der optischen Drahtlostechnologie in der Industrie ermöglichen sollen. Ziel ist durch den Einsatz von sogenannten multiple-input multiple-output (Mimo) Konzepten eine hohe Robustheit auch bei unterbrochener Sichtverbindung zu ermöglichen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44034842)