Partnerland Polen Per Kombi-Ticket zum Hightech-Produkt aus Polen

Redakteur: Frank Jablonski

Wenn in die Infrastruktur eines Landes investiert wird, ist die Schiene immer vorn dabei. So auch in Polen. Um mit anderen Hightech-Standorten konkurrieren zu können setzt das Hannover-Messe-Partnerland auch auf deutsche Partner.

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Der polnische Hersteller von Schienenfahrzeugen Newag hat in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um bei Produktionsmitteln und Technologie auch in Exportmärkten Schritt halten zu können.
Der polnische Hersteller von Schienenfahrzeugen Newag hat in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um bei Produktionsmitteln und Technologie auch in Exportmärkten Schritt halten zu können.
(Bild: Jablonski)

Die Zeiten, in denen die drei großen Hersteller Alstom, Bombardier und Siemens den Markt der Bahnindustrie in etwa gleich großen Teilen unter sich ausgemacht haben, sind schon lange vorbei. Zu den für europäische Ohren gewohnten Namen gesellten sich vor etwa fünfzehn, sechzehn Jahren China Railway Rolling Stock Corporation Limited (CRRC), damals noch bestehend aus CNR und CSB hinzu.

Das exponentielle Wachstum der Chinesen – mittlerweile größter Schienenfahrzeughersteller der Welt – lag nicht nur an der boomenden Heimat; im Zuge der Globalisierung haben mittlerweile Hersteller aus allen Teilen der Welt die jeweiligen Exportmärkte im Visier.

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Weit reichende Investitionen in die polnische Infrastruktur geplant

Das ist auch in Polen nicht anders und damit auch Wachstumstreiber für den großen polnischen Hersteller von Schienenfahrzeugen: Newag in der Stadt Neu Sandez tief im Süden des Landes. Dem im Jahr 1876 als Kaiserlich-Königliche-Eisenbahnwerkstätten gegründeten Unternehmen kommen heute die umfangreichen Investitionen in die polnische Schienen-Infrastruktur zu Gute.

Eine Fortsetzung steht an: Das Landesbahnprogramm sieht bis 2023 Ausgaben von mehr als 15 Mrd. Euro vor. Dabei stehen für die von der Europäischen Union mitfinanzierten Projekte über 10 Mrd. Euro zur Verfügung. Ziele der Maßnahmen sind vielfältig: Die Geschwindigkeit der Güter- und Passagierzüge soll erhöht werden und moderne Technik, unter anderem für mehr Sicherheit, soll eingesetzt werden.

Die Städte Warschau und Lodsch bauen U-Bahnen, Posen plant ein Vorstadtnetz. Etwa 9000 km Strecken sollen erneuert werden und so neue Züge mit höheren Geschwindigkeiten auf ihnen fahren können. Im Rahmen des Landesbahnprogramms, Krajowy Program Kolejowy (KPK), investiert Polen insgesamt weitere 15,5 Mrd. Euro bis 2023.

Produktion von elektrischen Nahverkehrszügen

Wie es derzeit aussieht, hat sich Newag bei diesem Rennen um passende moderne Züge für diese Netze gut positioniert. Beispielsweise bei der Produktion von elektrischen Nahverkehrszügen steigerte das Unternehmen seinen Marktanteil vom vorvorletzten zum letzten Jahr von 64 auf 96 %.

Auch bei der Produktion und Modernisierung von Diesellokomotiven ist man vorn: „Im Schnitt sind die Lokomotiven hier 30 Jahre alt. Etwa 40 % der Flotte muss ersetzt oder erneuert werden. In diesem Segment sind wir unumstrittener Führer“, sagt Józef Michalik, Entwicklungschef bei Newag. Stolz zeigt er die steile Umsatzentwicklungskurve, die im Jahr 2015 die Eine-Milliarde-Sloty-Grenze (etwa 244 Mio. Euro) durchstoßen hat.

Um das Wachstum produktionstechnisch stemmen zu können, hat Newag in den vergangen vier Jahren fünf Millionen Euro in Modernisierung und 36 Millionen Euro in Neu-Investitionen gesteckt. Neben neuen Werkshallen, Lackieranlagen, Laser- und Biege-Werkzeugmaschinen wurde auch in Elektrotechnik investiert.

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