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Batterietechnologie Plätzchenzutat als Energiespeicher

| Redakteur: Gary Huck

Wenn man erneuerbare Energien speichert, kann es nicht schaden, wenn der Speicher auch nachhaltig ist. Die TU Graz arbeitet an einer Batterie mit Vanillin als Zutat.

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Tests an der TU Graz mit einem 3 kWh Prototypen und vanillinbasierten Elektrolyten belegten die Wirksamkeit des neuen Verfahrens.
Tests an der TU Graz mit einem 3 kWh Prototypen und vanillinbasierten Elektrolyten belegten die Wirksamkeit des neuen Verfahrens.
(Bild: Lunghammer - TU Graz)

Forscher der Technischen Universität Graz haben einen Weg gefunden, den Aromastoff Vanillin als Elektrolytmaterial für Flüssigbatterien einzusetzen. Im Rahmen des Projekts sollten Redox-Flow-Batterien umweltfreundlicher gemacht werden. Der Aromastoff wird dabei als flüssige Elektrolyte in der Batterie verwendet. Normalerweise werden dafür Komponenten aus Schwermetallen oder seltenen Erden genutzt. Die nachhaltige Batterie könne für Speicherkapazitäten von bis zu 800 kWh ausgelegt werden.

Die Forscher gewinnen das Vanillin aus der Abspaltung von Lignin. Dieser Stoff ist in Holz enthalten und fällt als Abfallprodukt bei der Zellstoffherstellung an. Bevor der Aromastoff in der Batterie zum Einsatz kommen kann, muss er noch veredelt werden. Laut Stefan Spirk, Institut für Biobasierte Produkte und Papiertechnik der TU Graz, geschieht das mit milder und grüner Chemie. Man könne diesen Vorgang bei Raumtemperatur und mit Haushaltschemikalien durchführen.

Nach der Patentierung des Verfahrens wollen es die Forscher nun kommerzialisieren. Man plane, eine Anlage an eine Zellstofffabrik anzuhängen, um aus dem dort als Abfall anfallenden Lignin Vanillin zu isolieren. Nach Angaben von Spirk zeigt die Mondi AG, ein Hersteller von Papierprodukten, bereits Interesse. Nun suche man noch ein Energieversorgungsunternehmen, das die Batterien in seine Infrastruktur einbaut und in der Praxis testet.

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