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Industrie 4.0

PLM, ERP und MES vernetzen

| Autor: Reinhold Schäfer

Im Sinne von Industrie 4.0 müssen alle Daten im Unternehmen durchgängig in allen Systemen verfügbar sein.
Im Sinne von Industrie 4.0 müssen alle Daten im Unternehmen durchgängig in allen Systemen verfügbar sein. (Bild: ©Sikov - stock.adobe.com)

Die wirtschaftliche und dynamische Fertigung wird gerade aus dem Blickwinkel der Internationalisierung des Marktes unumgänglich. Um dies zu gewährleisten, müssen alle Verwaltungssysteme im Unternehmen miteinander vernetzt werden. Alle Daten müssen sofort verfügbar sein, denn nur wer schnell ein gewünschtes Produkt in hoher Qualität liefern kann, erhält den Auftrag.

  • Ganz im Sinne von Industrie 4.0 ist es erforderlich, alle Prozesse und die Software im Unternehmen zu vernetzen.
  • Je nach Produktportfolio und vorhandener Softwarebasis gibt es unterschiedliche Lösungen.
  • Grundsätzlich ist die digitale Transformation kein IT-Projekt, sondern ein unternehmensweiter Veränderungsprozess.

Im Zuge von Industrie 4.0 ist es erforderlich, die gesamte Unternehmenssoftware auf eine Basis zu stellen, damit ein durchgängiger Datenaustausch sichergestellt werden kann. Doch in den einzelnen Unternehmen finden sich oft die unterschiedlichsten Voraussetzungen: Mancherorts wurde vermehrt in die Digitalisierung der Fertigung investiert und der Leitstand durch ein MES (Manufacturing Execution System) ersetzt und andere Unternehmen wurden zuerst mit einem Datenverwaltungssystem ausgerüstet (ERP, Enterprise Resource Planning), das die Aufgabe hat, Ressourcen wie Betriebsmittel, Kapital, Material, Personal und Informations- sowie Kommunikationstechnik bedarfsgerecht zu planen und zu steuern.

Manche Unternehmen wollten den gesamten Lebenszyklus eines Produktes beobachten und entschieden sich für ein Produktlebenszyklus-Management (PLM), also ein Konzept zur nahtlosen Integration sämtlicher Informationen, die im Verlauf des Lebenszyklus eines Produktes anfallen, wobei die Systeme sich häufig nur auf die Produktentwicklung und Fertigung konzentrieren.

Will man nun alle Informationen im Unternehmen zusammentragen, dann benötigt man eine Erweiterung der bestehenden Software. Oder man schafft Übergabepunkte beziehungsweise Datenformate, die das jeweilige andere Programm lesen kann. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Hersteller ihre Programme um die jeweils fehlende Funktion erweitern.

SAP erweitert seine Software um MES-Funktionen

So hat beispielsweise SAP sein ERP-Programm mit MES-Funktionen erweitert, um auch die Unternehmen zu unterstützen, die schon ein ERP-System haben, wie folgendes Beispiel bei Reishauer zeigt. Bisher nutzte Reishauer das ERP zum Anlegen von Aufträgen, zur Kommissionierung im Lager bis über die gesamte Montage hinweg, bei der zusätzliche Prüfschritte an fielen, alles natürlich papierbasiert. Zwar haben die Produktionsmitarbeiter bei Reishauer im Laufe der Zeit ein gutes Gefühl für die Produktionsabläufe entwickelt, aber nur mit einem MES ist es möglich, sicher durch die einzelnen Montageschritte und Maschinenreihenfolge zu kommen. Deshalb entschied sich das Unternehmen dazu, SAP ME, das um MES-Funktionen erweitert ist, einzuführen. Dazu nutzte man die Kompetenz des Implementierungspartners IGZ, der das Standard-Manufacturing-Execution-System einführte und damit den vielen papierbasierten Vorgängen den Garaus machte.

Auch der amerikanische ERP- Anbieter Epicor hat sein ERP-System um MES-Funktionen erweitert. Nicht ganz ohne Hintergedanken, denn der MES-Markt in Deutschland wächst und auch bei Epicor hatte man im vergangenen Jahr in Deutschland laut Epicor-CEO Steve Murphy Zuwachsraten von 10 % zu verzeichnen: „Das hängt natürlich auch von der Branche ab. Im Windenergiemarkt sind wird gut vertreten. In manchen Bereichen sind wir wirklich gut, dort wachsen wir mit 50 % oder noch besser.“ Besonders freut es Murphy natürlich, wenn er damit ein SAP-System aus dem Rennen schlägt: „Das passiert, Hauptgrund ist die schwierige Implementierung, die zu lange dauert. Wir können das schneller als SAP.“

Epicor stellt neuste Version seiner ERP-Software vor

Digitale Transformation

Epicor stellt neuste Version seiner ERP-Software vor

03.05.19 - Die auf der Epicor-Insights-Anwenderkonferenz in Las Vegas vorgestellte jüngste Version von Epicor ERP ermöglicht nun „Connected Enterpise“ also eine noch bessere durchgehende Verknüpfung von Menschen und Prozessen im Unternehmen auf Fertigungs- und Unternehmensebene. lesen

Ganz anders macht dies nun laut Thorsten Strebel, Vice President Products and Consulting bei MPDV, das MES-Software-Unternehmen MPDV: „Dank praxiserprobter und flexibel konfigurierbarer Schnittstellen lässt sich Hydra mit allen ERP-Systemen kombinieren. Zum SAP ERP bieten wir auch zertifizierte Schnittstellen an.“

Datenfluss im Unternehmen muss durchgängig sein

Natürlich hat man auch bei MPDV längst erkannt, dass der Datenfluss innerhalb des Unternehmens im Sinne von Industrie 4.0 durchgängig sein muss: „Um sämtliche Anforderungen von Industrie 4.0 zu erfüllen, muss ein MES alle Belange der Fertigung abdecken. Eine offene Struktur ist die Grundlage für die notwendige Integrationsfähigkeit und die Möglichkeit, Prozesse systemübergreifend abzubilden. Nur so kann eine durchgängige Digitalisierung erreicht werden“, kommentiert Strebel.

Vor allem für kleine Unternehmen ist dem Experten von MPDV zufolge die Vollständigkeit aller MES-Aufgaben in einem integrierten System ein enormer Vorteil, und das bei trotzdem vollständiger Modularität: „Durch die funktionale Skalierbarkeit eines MES lassen sich je nach Bedarf problemlos Schritt für Schritt weitere Funktionen einführen – auch mit geringer eigener IT-Kompetenz. Unser MES Hydra ist modular aufgebaut und bietet alle fertigungsnahen Funktionen aus einer Hand. Durch eine hohe Funktionsreife und vorgedachte Lösungsszenarien sind schnelle Implementierungen möglich.“ Dabei sind die Hardwareanforderungen laut Strebel natürlich abhängig von der funktionalen Breite der jeweiligen Installation sowie von den zu erwartenden Datenmengen: „Es kommen marktübliche IT-Plattformen zum Einsatz – sowohl mobil, am Arbeitsplatz als auch im Rechenzentrum oder in der Cloud.“

Strebel rät allen, die ihr Unternehmen vernetzen wollen: „Für die durchgängige Digitalisierung eines Unternehmens braucht es eine ganzheitliche und prozess­orientierte Sicht. Es müssen Prozesse digitalisiert werden und keine Funktionen oder Daten. Die digitale Transformation ist kein IT-Projekt, sondern vielmehr ein unternehmensweiter Veränderungsprozess, der nach einem guten Plan und in verträglichen Schritten erfolgen sollte. Auch müssen die beteiligten Menschen ,mitgenommen‘ werden. Die Vision muss von der Unternehmensspitze getrieben und unterstützt werden.“

Bausteine für die moderne Fertigungs-IT

MPDV

Bausteine für die moderne Fertigungs-IT

18.03.19 - Bisher benötigte man zur effizienten Produktionsplanung in der Fertigung ein Manufacturing-Execution-System. Doch in Zeiten von Industrie 4.0 und der Losgröße 1 braucht man eine Smart Factory mit Prozessen und Funktionen, die den wachsenden Anforderungen gerecht werden: mit den sogenannten Smart Factory Elements. lesen

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