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Kunststoffforschung Polymeren Zeitzeugen der Geschichte auf der Spur

| Redakteur: Peter Königsreuther

Museen und Forschungsinstitute haben sich nun im Rahmen eines Bmbf-Projekts zusammengeschlossen, um zu eruieren, wie sich der Einsatz von Kunststoffen auf unsere Kultur auswirkt.

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Solche elektrisch isolierenden Drehschalter aus Bakelit (ein auf Phenolharz basierendes, oft mit Textilfasern verstärktes Duromer), haben in den 1940er-Jahren in den Häusern unserer Vorfahren dabei mit geholfen die Gasbeleuchtung ad acta zu legen, um das Zeitalter der Elektrifizierung einzuläuten.
Solche elektrisch isolierenden Drehschalter aus Bakelit (ein auf Phenolharz basierendes, oft mit Textilfasern verstärktes Duromer), haben in den 1940er-Jahren in den Häusern unserer Vorfahren dabei mit geholfen die Gasbeleuchtung ad acta zu legen, um das Zeitalter der Elektrifizierung einzuläuten.
(Bild: Kunststoff-Museums-Verein)

Das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) der Technischen Hochschule Köln, das LVR (Landschaftsverband Rheinland) Industriemuseum Oberhausen und das Institut für Kunststofftechnik (IKT) der Universität Stuttgart haben sich im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes zusammengeschlossen, um den Einfluss der Kunststoffe auf unsere kulturelle Entwicklung näher unter die Lupe zu nehmen, berichten jetzt die Experten des IKT. Das anvisierte Ziel sei es, den Siegeszug der – man lese und staune – anfänglich meist biobasierten Kunststoffe vom preiswerten Ersatzstoff zu einem der wichtigsten Rohstoffe unserer Zeit anhand von prägnanten Kunststofferzeugnissen zu beleuchten und damit auch zu belegen.

Kunststoffe im historischen Kontext bewerten

Neue Kunststoffe sowie dafür neu entwickelte Produktionsverfahren ermöglichten durch die damit einher gehenden Preissenkungen mehr und mehr die weite Verbreitung von Massenprodukten in der Industrie bis hin zur Konsumgesellschaft, und so prägen sie noch heute nachhaltig unsere Kultur, heißt es weiter. Durch den interdisziplinären Ansatz von Geistes- und Naturwissenschaften will man an ausgewählten Objekten der Sammlung des Deutschen Kunststoff Museums im LVR-Industriemuseum Oberhausen die werkstoffliche Zusammensetzung, die Produktionstechnologie sowie den Innovationsgrad der Kunststoffobjekte im historischen Kontext bewerten und Erhaltungsmöglichkeiten diskutieren.

Auch Kunststoff-Artefakte altern unaufhaltsam

Aus der heutiger Sicht sei eine Bewertung des Einflusses einzelner Objekte auf das gesellschaftliche Leben umfassend möglich. Der Erfolg des Automobils, das nur als Beispiel, wurde von Gummireifen getragen und sorgte für das Anlegen von riesigen Kautschuk-Monokulturen, so die Beteiligten. Taster und Schalter aus Kunststoff elektrifizierten außerdem unsere Welt, Telefonapparate aus Bakelit (siehe Bilder anbei) ermöglichten eine, wie es heißt, nie dagewesene, flächendeckende Kommunikation, die mit Smartphone & Co., die ebenso ohne Kunststoff nicht denkbar wären, heute intensiv weiter geführt wird. Das, so die Forscher, sind nur wenige Alltagsgegenstände, die zur damaligen Zeit revolutionär waren und nun dem Verfall geweiht sind.

Dieses Projekt soll nun nicht nur den kulturhistorischen Kontext einzelner Kunststoffobjekte heraus arbeiten – es soll zugleich die begrenzten Möglichkeiten bei dem Versuch der Bewahrung historischer Kunststoffkulturgüter aufzeigen, um ein Bewusstsein für das sich schließende Zeitfenster zu schaffen, denn auch Kunststoffe unterliegen der Alterung und dem Verfall, auch wenn das in unserer momentanen Informationswelt nicht wirklich klargestellt wird.

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