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VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge

Präzisionswerkzeug-Branche wird Vorkrisenniveau 2011 wieder erreichen

Auf der Jahrespressekonferenz berichtete Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA, über den aktuellen Aufschwung der Branche. Im Gespräch mit dem MM Maschinenmarkt betonte er anschließend die Herausforderung neuer, schwer zerspanbarer Werkstoffe für die Werkzeugbranche.

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„Die Präzisionswerkzeugindustrie ist auf einem guten Weg”, urteilt Lothar Horn, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Präzisionswerkzeuge. (Bild: Kroh)
„Die Präzisionswerkzeugindustrie ist auf einem guten Weg”, urteilt Lothar Horn, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Präzisionswerkzeuge. (Bild: Kroh)

Herr Horn, Sie konnten Umsatzzahlen der Präzisionswerkzeugindustrie verkünden, die weitaus erfreulicher waren, als noch vor einem Jahr angenommen. Waren Sie selbst etwas überrascht von der Höhe des Wachstums?

Horn: Auch vor einem Jahr war schon ersichtlich, dass Bewegung in den Markt kommt. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2010 war allerdings in diesem Umfang nicht vorhersehbar und deutlich überproportional. Dieser Zeitraum verlief viel besser als jede Prognose.

Das Rekordjahr 2008 mit über 10 Mrd. Euro Branchenumsatz ist damit wieder in greifbare Nähe gerückt. Wann wird das Vorkrisenniveau aus Ihrer Sicht wieder erreicht werden können?

Horn: Bereits der Umsatz 2010 entspricht dem Niveau von 2007. Wenn die Präzisionswerkzeugbranche in diesem Jahr um die prognostizierten 15% wächst, haben wir das Niveau von 2008 nicht nur erreicht, sondern sogar um 3% überschritten. Und diesbezüglich bin ich sehr optimistisch, weil die ersten Monate 2011 bereits sehr stark waren. Und schon ein Wachstum im ersten Halbjahr 2011 auf dem Level des zweiten Halbjahres 2010 ergibt rein mathematisch die erforderlichen 15%.

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Wie sollten sich die Werkzeughersteller jetzt aufstellen, um einerseits den aktuellen Aufschwung zu meistern, aber andererseits auch für schlechtere Zeiten gerüstet zu sein?

Horn: Die vergangene Krise hat gezeigt, dass sich die Präzisionswerkzeughersteller relativ gut verhalten haben. Das heißt, der Mitarbeiterbestand wurde gehalten oder gezielt ausgebaut, um Wachstum generieren zu können, und es wurde Eigenkapital geschaffen für schlechtere Zeiten. Außerdem sind auch in der Krisenzeit Innovationen nicht vernachlässigt worden, so dass jetzt die Früchte der Neuentwicklungen eingefahren werden können. Ich denke, die Präzisionswerkzeugindustrie ist auf einem guten Weg.

Ein Risiko haben Sie in der Pressekonferenz angesprochen – die rasante Preisentwicklung bei Rohstoffen. Wie können die Werkzeughersteller darauf reagieren?

Horn: Mit der Entwicklung von neuen Rohmaterialien, die helfen, die Abhängigkeit von Rohstoffen wie Wolfram zu reduzieren. Gerade bei schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen muss über neue Wege nachgedacht werden. Dazu sind auch neue Werkstoffe auf der Werkzeugseite notwendig, beispielsweise monokristalline Diamantwerkzeuge.

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