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Zu einem anderen Thema: Wie hat sich die globale Rezession auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?
Inaba: In den Nachwirkungen der Finanzkrise von 2008 sind die gesamten Weltwirtschaften fast zeitgleich in eine Rezession abgetaucht. Die Rezession war schwer, auch für Fanuc. Unser Umsatz fiel um 17% im Geschäftsjahr 2008 und um 35% im Geschäftsjahr 2009. Derzeit beobachten wir eine Erholung, die hauptsächlich auf Bestellungen aus China zurückgeht. Vor der Rezession waren die Hauptmärkte Japan, Europa und die USA. Jetzt gibt es vier Hauptmärkte und der größte Einzelmarkt ist der chinesische. Auch für Fanuc, was die verkauften Stückzahlen angeht. China ist nach den Produktionszahlen des vergangenen Jahres bei der Herstellung den Werkzeugmaschinen international auf Platz eins. Damit haben die Chinesen die Japaner, die über 27 Jahre die Nase vorn hatten, verdrängt.
Die japanische Industrie hat stärker unter der Rezession gelitten und ist auf Platz drei abgefallen. Da Fanuc jedoch sehr starke Verkaufs- und Servicestrukturen in den Ländern China und Indien hat, haben wir von diesen Wachstumsmärkten kräftig profitiert. Wir haben es geschafft, unsere Präsenz in einen großen Marktanteil in diesen Ländern umzusetzen. Dies ist der Grund dafür, dass wir uns rasch erholt haben. Die Märkte von Japan, Europa und den USA sind immer noch schwach. Wir sind aber Marktführer in China und Indien für CNC und Servomotoren. Und wir haben jetzt schon mehr als 80% des Auftragsniveaus von 2008 erreicht. Bei dem Ergebnis des Jahres 2009 haben wir die 80% nur nicht erreicht, weil das erste Halbjahr schlecht war. Das Ergebnis des zweiten Halbjahres hingegen war stark und das Wachstum hält in diesem Finanzjahr an.
Gibt es Ihren Beobachtungen zufolge weitere Märkte, in denen die Zeichen auf Wachstum stehen?
Inaba: Der indische Markt holt auf. Der koreanische Markt und der taiwanesische sind ebenfalls sehr aktiv. Und der japanische Markt kommt langsam in Fahrt. Der US-Markt für Werkzeugmaschinen ist immer noch ein großer Markt, jedoch gibt es dort nicht mehr viele Maschinenbauer. Aber der US-Markt kommt wieder in Schwung, was gut ist für japanische und europäische Hersteller von Werkzeugmaschinen. Die Großhändler, die im Jahr 2008 zu viel Lagerbestand hatten, stocken wieder auf.
Was sind Ihre Erwartungen in diesem und im nächsten Jahr?
Inaba: Der chinesische Markt ist immer noch sehr stark und die Maschinenwerkzeug-Industrie wächst immer noch rasch – wahrscheinlich um mehr als 20% in diesem Jahr. Die Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lauten auf 9,5% — das Geschäft mit Werkzeugmaschinen wird schneller wachsen. Die chinesische Regierung hat beschlossen, wieder Geld für den Markt bereitzustellen. Der taiwanesische und der koreanische werden noch stärker wiederkommen. Der japanische Markt wird noch nicht so stark sein wie im Jahr 2008, aber er wird bessere Resultate als 2009 erzielen. Wahrscheinlich wird er sich 2011 auf etwa 80% des Niveaus von 2008 einpendeln. Für die Europäer wird es eine Herausforderung sein, im Jahr 2011 wieder die Ergebnisse von 2008 zu erzielen.
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