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Wie hat sich der Boom in China auf Fanuc ausgewirkt?
Inaba: Bei CNC und Servomotoren fahren wir unsere Fabrik bei voller Auslastung, um unsere Lieferzeiten zu senken. Die Lieferzeit ist im Augenblick unser größtes Problem. Das Geschäft bei CNC, Servomotoren und Robomaschinen läuft gut. Jeden Monat können wir 100 000 Servo- und Spindelmotoren in 2000 verschiedenen Varianten sowie 20 000 CNC herstellen. Da ist es schwierig, das Material, das wir zur Produktion benötigen, zu bekommen. Meine Hauptaufgabe ist es zur Zeit, genügend Produkte von unseren Lieferanten zu beschaffen, um unsere Fabriken am Laufen zu halten.
Erwarten Sie nach diesen Erfolgen, dass das Wachstum hauptsächlich von Asien ausgeht?
Inaba: Der asiatische Markt ist sehr stark und wird die Erholung der Werkzeugmaschinenbranche in der ganzen Welt anführen. Die Automobilindustrie, die Energieerzeugung und die Infrastruktur wachsen. Der indische Markt wird dem Muster des chinesischen folgen. In den USA gibt es Innovationen in der Automobilindustrie, die auf effizientere Motoren und Elektroautos fokussieren. Das heißt, dort wird es mehr Bedarf an Werkzeugmaschinen geben.
Welche Abnehmerbranchen werden am stärksten wachsen?
Inaba: Wir sind Lieferanten für CNC und Servomotoren. Unser direkter Markt sind Branchen, die mit der Automobilindustrie liiert sind. 60% der Werkzeugmaschinen kommen dort zum Einsatz. Die Infrastruktur wie die Energieerzeugung oder die Konstruktion sind ebenfalls wichtige Industrien. Auf dem chinesischen Festland laufen alle diese Sektoren gut. Auch der Bedarf für Werkzeugmaschinen bei der Herstellung von Haushaltsgeräten wächst, ebenso bei der Halbleiter- und Bildschirm-Produktion.
Was sind die Ziele Ihres Unternehmens in Europa?
Inaba: Wir haben jetzt Fanuc CNC Europe, das seit der Auflösung unseres Joint-Ventures mit GE zu 100% Fanuc gehört. Wir können alle unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, diesen Markt zu entwickeln. Dabei ist es sehr wichtig, dass alle Mitarbeiter die gleichen Ziele haben. In Italien und der Schweiz ist die Fanuc CNC Europe bereits sehr stark. In Deutschland müssen wir unsere Bemühungen allerdings ausweiten. Mit Christian Jung und Holger Halas haben wir zwei neue Führungspersonen aufgestellt. Sie haben zuvor beide als Ingenieure in den Entwicklungslaboratorien in Japan gearbeitet und verfügen über eine „Kommunikations-Pipeline“ mit dem Personal hier.
Sie kennen die Fanuc-Position sehr gut. Der Markt in Deutschland ist schwierig für uns, aber er ist der größte in Europa. Jetzt haben wir jedoch die richtigen Leute und die richtigen Produkte, um diesen Markt zu entwickeln. Wie Sie heute auf der Hausausstellung gesehen haben, haben wir starke neue Produkte wie die 30i-B-Serie entwickelt. Ich glaube, wir haben jetzt die Voraussetzung, um in Deutschland innerhalb von drei Jahren unseren Marktanteil von derzeit etwa 20% deutlich auszuweiten.
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