Faserverstärkte Kunststoffe Produktion von Tapes mit Hochleistungspolymer-Matrix

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Der japanische Composites-Hersteller Maru Hachi erweitert mit seiner kürzlich in Betrieb genommenen Hochtemperatur-Unidirektional(UD)-Tape-Linie das Spektrum herkömmlicher, auf PP- und PA- basierender Materialien.

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Neue undirektionale Tape-Anlage bei Maru Hachi in Fukiu/Japan. Die Tapes basieren auf Hochleistungsfasern wie Kohlenstoff, Aramid, Glas oder Naturfasern und einer Matrix aus Hochleistungspolymeren wie PPS oder PEEK.
Neue undirektionale Tape-Anlage bei Maru Hachi in Fukiu/Japan. Die Tapes basieren auf Hochleistungsfasern wie Kohlenstoff, Aramid, Glas oder Naturfasern und einer Matrix aus Hochleistungspolymeren wie PPS oder PEEK.
(Bild: Maru Hachi)

In einer ersten Phase will Maru Hachi bis zu 40 Tonnen im Jahr produzieren und konzentriert sich speziell auf hochtemperaturbeständige thermoplastische unidirektionale (UD) Tapes sowie mehrschichtige Plattenlaminate. Das Material basiert auf Hochleistungsfasern wie Kohlenstoff, Aramid, Glas oder Naturfasern und einer Matrix, die aus Hochleistungspolymeren wie PPS, PEEK oder anderen Hochtemperaturpolymeren bestehen kann. Diese sind wesentlich schlagzäher als Epoxidharze und einfach zu recyceln. Mit einer Breite von 500 mm, einem spezifischen Gewicht von 60 bis 350 g/m2, je nach gewähltem Material, kann die Anlage bis zu Temperaturen von 420 °C arbeiten. Das Herstellen unter diesen extrem hohen Temperaturen führt zu besseren Materialeigenschaften in der Endanwendung wie gesteigerte Leistungsfähigkeit, erhöhte Widerstandsfähigkeit und integrierte Hochleistungsfunktionalitäten wie sie z.B. durch das sogenannte Umspritzen erreicht werden. Die hochtemperaturbeständigen Tapes und Laminate können so zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung der Endprodukte beitragen und damit die Energieeffizienz verbessern.

Die Fokussierung auf die Nische der Hochtemperaturprodukte auf Basis von PPS und PEEK ermöglicht es Maru Hachi, sehr anspruchsvolle High-End-Anwendungen wie Strukturelemente in Raum- und Flugzeugen, Flugzeugsitze oder Triebwerkskomponenten anbieten zu können. Die Tapes sind vollständig recycelbar und können beispielsweise in hoher Geschwindigkeit bis zu 0.5 m/s mit laserbasierten Tape-Placement-Maschinen und Robotern verarbeitet werden.

Dr. Effing, Geschäftsführer der AMAC GmbH

Seit 2017 ist die Maru Hachi Group auf dem europäischen Markt in Kooperation mit Dr. Michael Effing, Geschäftsführer der AMAC GmbH in Aachen, aktiv, der das Unternehmen strategisch berät und unterstützt. Die familiengeführte Maru Hachi Group fokussiert die Bereiche Automobil- und Medizintextilien und ist seit mehr als 15 Jahren im Bereich innovativer Verbundwerkstoffe aktiv. Die AMAC GmbH ist eine Industrie- und Unternehmensberatungsfirma im Bereich der Hochleistungswerkstoffe mit Sitz in Aachen. Das Geschäftsmodell von AMAC basiert auf drei Säulen: Aufbau und Entwicklung von Netzwerken und Clustern zwischen Universitäten und Industrieunternehmen; Exzellenz in Vertrieb, Marketing und Business Development sowie Management von Industrieprojekten im Bereich Innovation und Kommerzialisierung.

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