Kunststoffverarbeitung Produktives Folien-Blasen in den Tropen

Redakteur: Peter Königsreuther

Der indonesische Blasfolienmarkt für Verpackungen boomt. Welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie die hohen Bedarfe wirtschaftlich gedeckt werden können, zeigte der zweite Extrusioneers Summit von Reifenhäuser. Thematischer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Produktion von High-end Folien und die Realisierung hoher Ausstöße.

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Der indonesische Blasfolienmarkt für Verpackungen boomt. Welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie die hohen Bedarfe wirtschaftlich gedeckt werden können, zeigte der zweite Extrusioneers Summit von Reifenhäuser.
Der indonesische Blasfolienmarkt für Verpackungen boomt. Welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie die hohen Bedarfe wirtschaftlich gedeckt werden können, zeigte der zweite Extrusioneers Summit von Reifenhäuser.
(Bild: Reifenhäuser)

250 Millionen Menschen leben in Indonesien. Die Mehrzahl davon strebt nach besseren Lebensstandards - mit Erfolg, wie Reifenhäuser-Experten erklären: In den letzten zehn Jahren hat sich das Pro-Kopf-Einkommen in dem Land außerdem verdoppelt und mit ihm der Verbrauch von Kunststoff. Der stieg von 9,7 kg auf 17,5 kg pro Kopf. Dass diese rasante Entwicklung anhalten wird, zeige ein Vergleich mit Regionen wie Westeuropa: 140 kg verbraucht hier jeder Einwohner durchschnittlich. Davon ist das Land in Südostasien noch weit entfernt, aber das schlummernde Potenzial sei enorm.

Mit den Anforderungen wachsen

Folienproduzenten werden von der Entwicklung profitieren – müssen sich allerdings auch neuen Herausforderungen stellen, wie es weiter heißt, den ein höherer Bedarf bedingt eine höhere Produktivität. Und auch der Anspruch an das Qualitätsniveau werde zukünftig steigen. Reifenhäuser, Hersteller von Kunststoff-Extrusionsanlagen, hat deshalb auf einem Extrusioneers Summit Wege aufgezeigt, wie Folienproduzenten die Wachstumschancen für sich nutzen können und demonstrierte live, welche technischen Voraussetzungen nötig sind, um auch zukünftig mit der Entwicklung Schritt halten zu können, so Reifenhäuser.

Indonesier suchen Informationsaustausch

Juergen Rehkopf, Geschäftsführer von Reifenhäuser Singapur und Organisator der Veranstaltung meint dazu: „Mit dem Extrusioneers Summit haben wir Produzenten die Gelegenheit gegeben, sich untereinander und mit Experten für Produktionsanlagen, Weiterverarbeitung, Recycling und Rohstoffe direkt auszutauschen.“ Über Themen wie ROI, Overall Efficiency und Sustainability zu sprechen und einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen, sei besonders wichtig gewesen. Dass der Bedarf für diesen Austausch da ist, vor allem zum Thema Produktivität, zeige das große Interesse an der Veranstaltung.

Blasfolienherstellung unter Härtebedingungen

Die wohl wichtigste Botschaft für die Teilnehmer lautete: Hohe Ausstöße, die durch wachsende Bedarfe bereits jetzt zunehmend gefordert werden, sind mittlerweile auch in tropischen Klimazonen wie Indonesien gut zu realisieren. Moderne Technologie mit neuen Kühlkonzepten macht es möglich.

Wie das praktisch funktioniert, konnten Teilnehmer auf einem Open House sehen, das sich am Nachmittag des 02.September dem Extrusioneers Summit anschloss. Der Verpackungsfolienhersteller Nusa Eka demonstrierte dabei auf seiner Reifenhäuser-Blasfolienanlage die außerordentliche Performance des Kühlkonzepts Evolution Ultra Cool bei tropischen Verhältnissen und hoher Luftfeuchtigkeit. 550 kg/h schaffte die Anlage mit einer mLLDPE Produktionsrezeptur bei 35°C am Boden, 50 bis 55 °C in der Höhe des Abzugs und 28 °C Kühlluft aus einer 350 mm Düse.

Hohe Produktivität ohne Spezial-Know-how

Diese hohe Produktivität ist ohne tief gehendes Know-how im High-Performancemarkt zu erreichen - auch das zeigte laut Reifenhäuser die Demonstration von Nusa Eka. Das Unternehmen war mit der Technologie von Reifenhäuser neu in den High Performance Markt eingestiegen und hatte durch diesen strategischen Schritt einen Blitzstart hingelegt. James Winner, Managing Director von Nusa Eka sagt: „Wir können heute ganz andere Dimensionen und natürlich auch Qualitäten produzieren. Das ermöglicht uns nicht nur deutliches Wachstum in Indonesien, sondern auch den Einstieg in Exportmärkte der ASEAN-Freihandelszone. Dass die Anlage bereits wenige Monate nach Produktionsstart voll ausgelastet war, ist der beste Beleg dafür.“

Mittelfristig werden Siebenschicht-Extrusionsanlagen gebraucht

Nusa Eka war das erste Unternehmen in Südostasien, das auf das neue Kühlkonzept Evolution Ultra Cool setzte. Mittlerweile sind andere Unternehmen aus Vietnam und Thailand dem positiven Beispiel gefolgt. Juergen Rehkopf ist überzeugt, dass der Markt die technologische Entwicklung im Land noch weiter vorantreiben wird: „Technologisch passiert gerade einiges in Südostasien. Ultra Cool hat sich in der Praxis absolut bewährt. Den Mehrwert solcher High-Performancesysteme erkennen immer mehr Produzenten. Die Ansprüche an die Verpackungen und an die Technologie werden aber weiter steigen. Der Trend wird dadurch unserer Einschätzung nach mittelfristig von Dreischicht-Anlagen hin zu Fünfschicht-Polyolefinanlagen gehen. Wir werden unsere Kunden auch bei diesem Weg begleiten.“

Der nächste Extrusioneers Summit sei für 2015 geplant. Dann soll es in Vietnam im Schwerpunkt um Siebenschicht-Anlagen mit Evolution Ultra Cool und Evolution Ultra Flat gehen. MM

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