E-Class

Produktklassifikationen über Unternehmensgrenzen hinweg gewinnen an Bedeutung

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Branchenklassifikationen spiegeln Sprachräume wider

Der wesentliche Unterschied zwischen den branchenbezogenen und den unternehmensübergreifenden Anwendungen ist, bedingt durch die unterschiedliche Abdeckungsbreite, ein terminologischer. Eine branchenbezogene Klassifikation will nicht nur die branchentypischen Produkte abbilden, sondern auch deren Sprache wiedergeben – sie spricht die Branchensprache. Bei ETIM gibt es die Segmente „Großgeräte“ und „Kleingeräte“; diese sind aus Sicht eines Elektrogerätehändlers sprechend und identifizierend. Aus Sicht eines Flugzeugbauers sind diese Benennungen nicht sinnvoll zuordenbar.

Ein wesentlicher Unterschied sind demnach die „Sprachräume“, die diese Klassifikationen umfassen. Je größer der Sprachraum, desto allgemeingültiger müssen die Klassenbenennungen sein, je kleiner der Sprachraum, desto individueller können sie sein. Auch in der Aufbaustruktur kann es Unterschiede geben. Während eine Branchenlösung für sie typische Strukturen abbilden kann, ist dies bei branchenübergreifenden Klassifikationen naturgemäß nicht möglich.

Allerdings gibt es auch bei den branchenübergreifenden Produktklassifikationen erhebliche Unterschiede im Aufbau. Teilweise sind diese Unterschiede konzeptionell gewollt, teilweise sind sie historisch gewachsen und bereiten heute erheblichen Bereinigungsaufwand. Während E-Class sich zum Ziel gesetzt hat, Beschaffungsmärkte abzubilden, bildet der UNSPSC auch Produkte ab, die nichtbeschaffungsfähig sind, wie Zölle, Gebühren usw. Das UNDP als Träger des UNSPSC hat diesen Code entwickelt, um u.a. den Entwicklungsländern den Zugang zum E-Commerce zu ermöglichen. Alle mit der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen zusammenhängenden administrativen Sachverhalte (wie eben auch Zölle) wurden kodierfähig abgebildet. Der UNSPSC ist ein Derivat aus UN-Produktklassifikationen und einer individuellen Anpassung durch die jeweiligen Code-Verwalter.

E-Class zeichnet sich durch transparente Struktur aus

Auch bei E-Class stand ein anderer Code Pate – die Entwicklung war zunächst marktgetrieben. Heute wird dieser Code in Zusammenarbeit mit Anwendern aus der Industrie, dem Handel und Vertretern von Verbänden nach einer jüngst veröffentlichten Grundsatzleitlinie weiterentwickelt. Damit wird sichergestellt, dass der Code schrittweise über alle Segmente (= oberste Hierarchiestufe dieser Klassifikation) hinweg inhaltlich gleichartig aufgebaut wird.

Da ein Produktcode (und somit auch E-Class) niemals „fertig“ sein wird, schon aufgrund der vielen beschaffbaren Produkte und der hohen technologischen Innovationsgeschwindigkeit, ist es zwingend, dass durch Grundsatzleitlinien bestimmt wird, wie neue Produkte, Klassen, Segmente in den bestehenden Code integriert werden können. Diese transparente Vorgehensweise bei der Weiterentwicklung, die Möglichkeit einer Mitarbeit aller interessierenden Akteure sowie die offene Nutzungsmöglichkeit dieser Arbeiten zeigen, dass ein Standard zur Verfügung gestellt wird. Die Bedingungen, die an einen Standard gestellt werden, wie „einheitlich“, „weithin anerkannt“ und „auch angewandt“, werden schrittweise erfüllt.

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