Produktpiraterie

Produktpiraten das Handwerk legen

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Außerdem sei der Schutzrechte-Mix so zu wählen, dass möglichst genau die Merkmale geschützt werden, welche voraussichtlich nachgeahmt werden. Wenn hingegen die rechtzeitige Anmeldung von Schutzrechten verpasst wurde, werde die Sache schwierig. „In diesem Fall empfiehlt sich auf jeden Fall eine Recherche danach, ob nicht sogar die Plagiatoren die Technik beziehungsweise das Design als Schutzrecht angemeldet haben“, so der Experte.

Auch Produktpiraten melden Schutzrechte an

Derartige Fälle seien bereits mehrfach vorgekommen. „Am Ende kommt dann sogar der Original-Hersteller in die Situation, dass er seine Produkte nicht mehr verkaufen darf, weil der Plagiator ihm mit Schutzrechtsanmeldungen zuvorgekommen ist“, warnt Herrmann.

Darüber hinaus sei es wichtig, den Kunden einen echten Mehrwert zu bieten, wenn sie sich für das Original entscheiden. „Bei Untersuchungen konnten wir feststellen, dass die Nachbauten qualitativ wesentlich schlechter sind als unsere Produkte. Beispielsweise werden minderwertige Dichtungen und Lager verwendet. Hinzu kommen längere Lieferzeiten und ein fehlendes Servicenetz“, erklärt Herrmann. Letztlich müsse es gelingen, die Kunden von diesen Vorteilen zu überzeugen.

Auch der Wälzlagerhersteller SKF ist weltweit von Piraterie betroffen. „In einem aktuellen Fall in der Tschechischen Republik wurden gemeinsam mit der Polizei 30 t Wälzlager bei einem nicht autorisierten Händler sichergestellt“, berichtet Claus-D. Schulz, Leiter der Rechtsabteilung und Mitglied der Geschäftsleitung der SKF GmbH, Schweinfurt.

Produktpiraterie fordert Original-Hersteller heraus

Beim Kampf gegen die Plagiatoren gehe es dem Unternehmen zunächst darum, seine Kunden vor unsicheren und unzuverlässigen Produkten zu schützen, aber auch um den Schutz der Marke. Um das Erstellen von Plagiaten zu erschweren, unternimmt das Unternehmen daher viel: „Wir nutzen natürlich moderne technische Möglichkeiten, um unsere Produkte zu kennzeichnen, wir melden internationale Schutz- und Markenrechte an und verfolgen Fälschungen konsequent mit allen juristischen Mitteln, auch um abzuschrecken“, meint Schulz.

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