Top-Thema Produktpiraterie: Die heimliche Krise

| Aktualisiert am 08.01.2021Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Durch Produktpiraterie entsteht allein dem deutschen Maschinenbau jährlich ein Schaden von 7,6 Milliarden Euro. Nur einer der Gründe dafür, sich gegen Fälscher zu wehren. Wir zeigen Ihnen wie!

Firmen zum Thema

Sich gegen Produktpiraten zur Wehr zu setzen, ist mühsam und braucht einen langen Atem. Dennoch sollten Unternehmen nicht davor zurückschrecken.
Sich gegen Produktpiraten zur Wehr zu setzen, ist mühsam und braucht einen langen Atem. Dennoch sollten Unternehmen nicht davor zurückschrecken.
(Bild: ©stokkete - stock.adobe.com)

Handgreifliche Auseinandersetzungen gehören eigentlich nicht zu den Dingen, die man auf einer Messe erwartet. Dennoch erlebte ich genau das in meinem ersten Jahr als Volontär. Und dann noch auf einer der ersten Industriemessen, die ich besuchen durfte. Ich war gerade unterwegs, um den Eigentümer eines kleineren mittelständischen Maschinenbaubetriebs aus Großbritannien zu interviewen, als ich eben jenen Geschäftsmann im Sprinttempo über den breiten Messegang stürmen sah.

Sein Ziel war ein anderer Eigentümer eines anderen Maschinenbaubetriebs aus Großbritannien. Eben diesem wollte mein Interviewpartner sprichwörtlich an den Kragen. Was bringt einen Mann in dieser Position dazu, sich in dieser exponierten Situation derart unpassend zu verhalten? Die Antwort: Produktpiraterie! Maschinenbauer 1 war überzeugt, dass Maschinenbauer 2 das Konzept seiner neuesten Maschine kopiert habe.

Natürlich ist Gewalt der falsche Weg, um sich gegen Produktpiraten zu wehren. Aber wehren sollten sich Unternehmen in jedem Fall. Wie eine aktuelle Studie des VDMA zeigt, entsteht allein dem deutschen Maschinenbau jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von 7,6 Milliarden Euro durch Marken- und Produktpiraterie. Und der Betrug ist nicht mal immer so strittig wie in dem oben genannten Beispiel. Da gibt es dann Onlineshops, auf denen man billig produzierte Industrieroboter kaufen kann. Am Ende des Bestellvorgangs muss man sich dann nur noch entscheiden, welches Logo man gerne auf dem Roboter hätte, Kuka, Fanuc oder doch ein anderer Hersteller? Der Shop bietet alle großen Namen, nur eben keine große Qualität. Zum wirtschaftlichen Schaden kommt so ganz schnell noch ein ordentlich verbeultes Image.

Sicher kommt auch bei Ihnen bei diesem Beispiel sofort der Reflex, den auch ich da habe: „dagegen muss man sich doch wehren!“ Und Sie haben recht, Dagegen muss und vor allem kann man sich wehren. Aber viel zu viele, gerade mittelständische Unternehmen tun das nicht.

In unserem aktuellen Top-Thema verraten wir Ihnen, warum genau das ein Fehler ist. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie sie gegen die Fälscher, Kopierer und Produktpiraten vorgehen können. Hier finden Sie alle Beiträge der Strecke:

(ID:47029564)

Über den Autor

M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt