Automation Prozesskenntnisse machen erfolgreich

Autor / Redakteur: Udo Schnell / Udo Schnell

Die deutsche Automatisierungsbranche boomt seit Jahren. Die Unternehmen erwirtschafteten 2007 ein Umsatzplus von fast 11% auf über 42,8 Mrd. Euro. Das meldete im Frühjahr der ZVEI. Vor wenigen Wochen zog der VDMA nach: Wegen der anhaltend hohen Auftragseingänge aus dem In- und Ausland erwartet der Verband 2008 für die Unternehmen seiner Fachgruppe Robotik + Automation ein Rekordergebnis von 8,9 Mrd. Euro. Dies entspreche einem Wachstum von 9%.

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Schaut man sich die Entwicklung der Motek an (MM-Special zur Motek 2008) so scheint das Wachstum ungebrochen weiterzulaufen. Die Internationale Fachmesse für Montage- und Handhabungstechnik wird gemeinsam mit der Bondexpo eine Gesamtfläche von rund 80 000 m² belegen. Das ist ein Plus von mehr als 20%. Auch bei der Anzahl der Aussteller meldet der Veranstalter einen deutlichen Zuwachs.

Was ist das Erfolgsrezept der Automatisierer? Zum einen sicher die innovativen Produkte. Doch als Erklärung wäre dies zu kurz gegriffen. Erfolgsgaranten sind die detaillierten Kenntnisse der Produktionsprozesse. Nur sie ermöglichen es, komplexe Systeme genau auf die Kundenanforderung zuzuschneiden. Es reicht eben nicht, dem Kunden zum Beispiel einen Roboter, ein Dosiersystem und eine Software in die Hand zu geben — und schon ist der automatisierte Klebeprozess fertig.

Wie es richtig geht, haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart und des Fraunhofer IPA am Beispiel der Verkettung von Produktionsprozessen untersucht. Dabei gibt es die Möglichkeit der losen und der starren Verkettung. Starre Systeme sind kompakter und nicht so kapitalintensiv, sind aber wegen der fehlenden Puffer störungsempfindlicher. Für die Praxis bietet sich deshalb die kombinierte Verkettung an, bei der die Vorteile beider Verfahren gleichermaßen genutzt werden können. In ihrem Beitrag (Link zum Artikel) zeigen die Forscher, wie mit Simulationsverfahren ein auf das jeweilige Produktionssystem abgestimmtes Optimum gefunden werden kann.

Prozesskenntnisse sind „weiches“ Wissen, das sich längst nicht so gut vermarkten lässt wie harte Produktfakten. Wer es beherrscht, hat am Markt nach wie vor einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung.

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