Krauss-Maffei Colorform Prozesssicher auf Hochglanz getrimmtes Interior für Peugeot

Redakteur: Peter Königsreuther

Krauss-Maffei bietet mit dem speziellen Verfahren Colorform eine Möglichkeit, wie Spritzgussteile in der Form mit hochglänzenden Lacksystemen veredelt werden können. Zusammen mit Weidplas hat man nun die erste Serienfertigung ins Laufen gebracht.

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Diese Oberfläche einer A-Säulenverkleidung brilliert mit ihrem Hochglanzfinish in Piano Black. Das Verfahren Colorform von Krauss-Maffei macht es möglich, dass das Rohteil im Spritzgießwerkzeug mit einem Zweikomponenten-Polyurea-Lacksystem überflutet werden kann.
Diese Oberfläche einer A-Säulenverkleidung brilliert mit ihrem Hochglanzfinish in Piano Black. Das Verfahren Colorform von Krauss-Maffei macht es möglich, dass das Rohteil im Spritzgießwerkzeug mit einem Zweikomponenten-Polyurea-Lacksystem überflutet werden kann.
(Bild: Krauss-Maffei)

Das von Krauss-Maffei entwickelte Colorform-Verfahren hat, wie es heißt, die Serienreife mit Bravour bestanden: Seit Juni 2016 produziert die Weidplas GmbH im Werk Rüti in der Schweiz, einbaufertige A-Säulenverkleidungen für den neuen SUV Peugeot 3008. Die hochglänzenden schwarz lackierten Oberflächen werden dabei direkt im Spritzgießwerkzeug erzeugt, und die Bauteile im nachgelagerten Automations-Prozess einbaufertig montiert, erklären die Experten.

„Lack mich am A-(Säulenteil)...": super Oberfläche in Rekordzeit!!

Mit der Entwicklung des Colorform-Verfahren habe Krauss-Maffei die Herstellung von Bauteilen mit Hochglanzfinish revolutioniert. „Umso mehr sind wir stolz, dass unser Kunde Weidplas das Verfahren nun zur Serienanwendung bei einem großen OEM gebracht hat", erklärt Dr. Hans Ulrich Golz, Geschäftsführer Krauss-Maffei und President des Segments Spritzgießtechnik der Krauss-Maffei-Gruppe. Die Colorform-Technologie vereine Spritzgießen und Reaktionstechnik und erlaube die automatische Herstellung der Bauteile in einem einstufigen Produktionszyklus. Im Werkzeug wird zunächst ein thermoplastischer Grundkörper gefertigt, der, wie Krauss-Maffei erklärt, direkt danach in einer zweiten Kavität mit einem 2-K-Lack aus Polyurea (PUA) oder Polyurethan (PUR) überflutet wird. So entstehe innerhalb einer Minute das fertiges Bauteil in der gewünschten lackierten Farbe und hochwertiger Oberfläche.

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A-Säulenverkleidung inklusive Dichtung

Erste gute Erfahrungen mit der Colorform-Technologie hatte Weidplas bereits auf der K 2013 als Projektpartner von KraussfMaffei gesammelt. Für die nun im Werk Rüti installierte Colorform-Produktionszelle entschied man sich daher erneut für die Wendeplattentechnologie, die in einer Spritzgießmaschine GXW 650 - 1400/2000 SpinForm mit einer Schließkraft von 6500 kN umgesetzt wurde. Gespritzt wird die Blende mit der Colorform-Oberfläche und gleichzeitig der darunter liegende Dichtungsträger. Die zweite Spritzeinheit der Spritzgießmaschine dient dem Anspritzen eines TPE-Dichtelements an diesen Träger.

Ein Teilesatz pro Zyklus

Pro Zyklus entsteht je ein Satz mit einer linken und rechten A-Säulen-Verkleidung. Das 4,5 t schwere Wendeplattenwerkzeug mit vier Kavitäten, Mehrfach-Angusssystem sowie Heißkanaltechnik von HRSflow hat die Hofmann Innovation Group aus Lichtenfels (Deutschland) gebaut. Die Reaktionsanlagentechnik für den Polyurea-Lack „Panadur Black" stammt ebenfalls von Krauss-Maffei. Zum Einsatz kommt eine 2-K-Dosiermaschine vom Typ Hybrid Flex 0,2-4/4 mit servo-elektrischem Dosierkolben für die abrasive A-Komponente und ein 2K-Mischkopf MK5/8ULPK-2KVV, der an das Spritzgießwerkzeug angeflanscht ist.

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