Messtechnik Prüfen großer Durchmesser in der Maschine

Autor / Redakteur: Udo Schnell / Udo Schnell

Zum Prüfen von Wellen und Zylindern wurden bisher Messschrauben mit Stahlrohrrahmen eingesetzt, die bei großen Abmessungen unhandlich waren. Ein neues Gerät verbindet den bewährten Aufbau mit einem CFK-Grundkörper. Aufgrund des geringen Gewichts kann es von einem Prüfer alleine angewendet werden.

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Durch die CFK-Leichtbauweise ist das Messen ohne Hilfe möglich. Mit der erweiterten Messspanne von 10 mm kann auch zwischen den Spänen ohne neue Kalibrierung gemessen werden. (Bild: Hoven)
Durch die CFK-Leichtbauweise ist das Messen ohne Hilfe möglich. Mit der erweiterten Messspanne von 10 mm kann auch zwischen den Spänen ohne neue Kalibrierung gemessen werden. (Bild: Hoven)

Wenn große Durchmesser in der Maschine gemessen werden sollen, spielt das Handling des Prüfgerätes eine wichtige Rolle. Der neue Feinmessrachen Cordameter ist aus Kohlefaser und entsprechend leicht. Ein Anschlag und die Messspanne von 10 mm erleichtert die Arbeit außerdem.

Klassische Messgeräte sind bei großen Abmessungen sehr unhandlich

Bislang waren Hersteller von großen Wellen und Zylindern auf Messschrauben angewiesen. Diese mit klassischem Stahlrohrrahmen ausgestattenten Messgeräte erweisen sich bei großen Abmessungen aber als sehr unhandlich und schwer. Entsprechend kann bei vielen Anwendungen die Messmittelfähigkeit nicht gewährleistet werden.

Das Unternehmen Kordt aus Eschweiler beschreitet deswegen andere Wege. Es verbindet bewährten messtechnischen Aufbau mit einem Grundkörper aus CFK (carbon-faserverstärkter Kunststoff). Daraus ist ein Gerät entstanden, das derzeit bis zu einer Größe von 1500 mm hergestellt wird und aufgrund seines geringen Gewichts von einem Prüfer alleine angewendet werden kann.

Seinen Ursprung hatte das Gerät im Bereich der Windkraft. Antriebswellen mit immer größeren Durchmessern werden benötigt. Gleichzeitig werden die Herstelltoleranzen verkleinert. Durch den Ruf nach der Messmittelfähigkeit sind die Hersteller gezwungen, die Messmittel auch nach ihrem Handling zu beurteilen.

Niedriger Ausdehnungskoeffizient sichert Temperaturstabilität

Das neue Cordameter folgt diesen Anforderungen. Der Kohlefaserrahmen ist besonders steif. Aufgrund des extrem geringen Ausdehnungskoeffizienten wird die Messung durch Temperaturschwankungen nicht beeinflusst. Eine weitere Besonderheit des Messgerätes ist der Messbereich von 10 mm. Dies ermöglicht ohne weitere Einstellung Zwischenmessungen bei jedem Span.

Mit der Betätigung des Abhebers wird der Messrachen geöffnet. Die großen und planparallelen Messflächen sorgen für die Ausrichtung, ohne dass der Werker Einfluss nimmt. Der Anschlag hilft bei der Positionierung des Messrachens. Die Ablesung kann mit einer analogen oder digitalen Messuhr vorgenommen werden. Ist eine Dokumentation vorgesehen, wird der Messwert der digitalen Messuhr mit einem Funkmodul an einen Messrechner gesandt.

Einstellhilfe aus CFK optional mit mehreren Schiebern

Eingestellt wird das Cordameter mit dem verstellbaren Einstellassistenten Cordas. Die ebenfalls aus CFK bestehende Einstellhilfe kann optional mit mehreren Schiebern ausgerüstet werden. Das Maß wird über eine Längenmessbank oder über Endmaße eingestellt. Mit Cordas steht der Fertigung ein temperaturstabiles Einstellstück zur Verfügung. Den Messrachen hat Kordt Ende letzten Jahres zur Serienreife gebracht. Die Resonanz ist den Angaben zufolge überaus positiv.

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