Karriere-Kongress Womenpower

Rekordverdächtiges Jubiläum einer modernen Frauenbewegung

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Auch Prof. Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), der anschließend an Strathmann seinen Keynote-Vortrag hielt, plädierte dafür, dass Familienpolitik, insbesondere in Bezug auf Frauen, in Zukunft ein immer wichtigerer Teil der unternehmerischen Wettbewerbspolitik sein wird. „Wir verschenken Potenziale“, sagte er zu dem Umstand, dass gut ausgebildete Frauen oft nicht die Karrieren machen, die für sie möglich wären.

Als Gründe dafür nannte er den Mangel an Kinderbetreuung, unflexible Arbeitszeiten, das Ehegattensplitting und die ungleiche Bezahlung trotz gleicher Qualifikation. An diesen Stellschrauben müsse gedreht werden, wenn Frauen im Erwerbsleben eine größere Rolle spielen sollen. Zimmermann zeigte sich optimistisch, dass es auch so kommen wird. Schließlich werde der demografische Wandel unweigerlich zu einem Mangel an Fachkräften führen, der wiederum durch Frauen gedeckt werde. Bevor im Anschluss diskutiert werden sollte, lief zur Einstimmung eine Videobotschaft aus Brüssel über die Leinwand.

Die Quote ist eine Sache der Vernunft

Viviane Reding, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft, hatte eigens für Womenpower 2013 einige Botschaften an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerichtet. „Die Quote ist eine Sache der Vernunft. Wir brauchen weibliches Talent“, sagte Reding und verteidigte die Quote, die nötig sei, um die enorme Verschwendung von Talenten in den Aufsichtsräten zu stoppen. „Ich bin kein Fan der Quote, aber ich bin ein Fan der Ergebnisse, die die Quote bringt“, untermauerte Reding ihren Standpunkt.

Einen Mangel an Frauen ließ der Fachkongress auch dieses Jahr vermissen. Nicht nur die kontinuierlich wachsende Teilnehmerzahl ist ein Indiz für die Attraktivität der Veranstaltung; auch an dem steigenden Interesse von Unternehmen, Organisationen, Netzwerken und Hochschulen, die ausstellen, lässt sich die Aktualität und der Zeitgeist des Karrierekongresses ablesen. Waren es im Vorjahr noch 54 Aussteller, so erreichte man dieses Jahr einen Rekord von 79.

Frauen schreiben Erfolgsgeschichte

„Eine riesige Erfolgsgeschichte“ nannte deshalb Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutsche Messe AG, den Karrierekongress in seiner Eröffnungsrede. Unter dem diesjährigen Motto „Ein Tag. Starke Impulse. Neue Netzwerke.“ schrieben auch die 35 angebotenen Strategieworkshops an der Erfolgsgeschichte mit, von denen man erstmals nach vorhergehender Anmeldung drei besuchen durfte. Die folgenden vier Schwerpunkte dominierten die Workshops:

  • Berufseinstieg/Wiedereinstieg

Wie gelingt der Wiedereinstieg in den Beruf mit einem Erfolg für Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber? Wie können berufliche und persönliche Lebensplanung, Ausstieg und Weiterentwicklung, Familie und Karriere zum Nutzen aller integriert werden?

  • Führung und Kommunikation

Führung und Kommunikation sind wesentliche Bestandteile eines erfolgreichen Managements sowie einer guten Unternehmenskultur. Oft sind sie aber auch die Stolpersteine – für Führungskräfte und die Arbeit im Team. Wie können Fach- und Führungskräfte beidem gerecht werden und dies selbst erfolgreich praktizieren?

  • Beruf/Karriere/Aufstieg

Hier geht es um den systematischen Weg einer beruflichen Lebensplanung. Fachliche Entfaltung, Weiterentwicklung, Aufstieg und Karriere – nichts sollte dem Zufall überlassen sein, sondern gut geplant und selbst in die Hand genommen werden. Wie lassen sich berufliche und persönliche Planungen erfolgreich in Einklang bringen?

  • Vielfalt der Talente

Demografische Entwicklungen sowie der zunehmende Fachkräftemangel, längere Erwerbszeit, Migration von Fachkräften sowie die hohe Qualifikation von Frauen werden die Arbeitswelt verändern. Neue Arbeitsformen und -modelle bieten Chancen für Vielfalt, Talente und Arbeit nach Maß.

Bevor es für die Teilnehmer in die Workshops ging, führte Sabine Asgodom, Autorin und Management-Trainerin, durch die Podiumsdiskussion. Zum Thema „Internet der Dinge – Innovationsdynamik für eine neue Arbeitswelt“ diskutierten Frank Hohenadel, Deutsche Telekom AG, Alf Henryk Wulf, Alstom Deutschland AG, Elke Strathmann, Sabine Asgodom, Prof. Dr. rer. nat. Martina Schraudner, TU Berlin, und Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann, IZA.

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