Elektrische Antriebe

Retrofit – die preisgünstige Alternative zum Neukauf

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Weil die Elektromotoren der russischen und anderen osteuropäischen Unternehmen durch eine entsprechende sorgfältige Wartung in der Regel noch zuverlässig ihren Dienst tun (Bild 1), konzentrieren sich die Maßnahmen in erster Linie auf die veraltete und verschlissene Steuerungs- und Regelungstechnik sowie die Stromrichter.

Für beides gibt es heute innovative Lösungen, die kompakter, preiswerter, intelligenter und leistungsfähiger sind als noch vor wenigen Jahren (Bild 2). Darüber hinaus sind mittlerweile leistungsfähige Kommunikations-, Visualisierungs- und Diagnosetools unerlässlich. Und eine professionelle Einbindung in das übergeordnete Automatisierungssystem gehört ebenfalls dazu.

Digitale Lösungen bringen alte Steuerungen auf Trab

Bei den Gleichstromantrieben liegt der Fokus darauf, die alte, meist analoge Informationselektronik durch eine moderne, digitale Lösung zu ersetzen (Bild 3). Dabei können die Leistungsteile der Stromrichter, der Gleichstrommotor sowie die gesamte Verschienung und Verkabelung erhalten bleiben. Außer dem Austausch der Informationselektronik kommt auch der Einsatz neuer Stromrichter in Betracht – sowohl luft- als auch wassergekühlt im Leistungsbereich von 100 bis 10 000 kW.

In diesem Fall können die vorhandenen Gleichstrommotore ebenfalls je nach Zustand weiterhin betrieben werden. Einen Leistungsschub bringt auch der Ersatz der in Osteuropa häufig eingesetzten rotierenden Umformer durch neue Gleichstrom-Stromrichtersysteme mit sich. Diese Technik bietet sich zum Beispiel für Rollgangsantriebe in Walzwerken, beim Übergang von Gruppen- zu Einzelantrieben und zur Verbesserung der Regelgenauigkeit an. Letztlich können natürlich auch die Gleichstromantriebe selbst durch Drehstromantriebe ersetzt werden. Dann ist allerdings ein Austausch der Elektromotore und Stromrichter erforderlich.

Retrofit zwischen 30 bis 70% billiger als Kompletterneuerung

Die Retrofit-Maßnahmen bei Drehstromantrieben beziehen sich meistens auf eine Umstellung von ungeregelten zu drehzahlvariablen Antrieben. Für die präzise Steuerung der Walzgerüste der Stahlwerke sorgen dann leistungsfähige Frequenzumrichter. Setzen die Stahlkocher große Synchronmotore mit einer Leistung von mehr als 1 MW ein, implementiert Transresch einen neuen Stromrichter, um die Regelung des Erregerstroms zu sichern. Untersynchrone Stromrichter-Kaskaden erweisen sich für die Drehzahlsteuerung von Schleifringläufern als optimale Lösung.

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